Die Luftwaffe hat in der Nacht auf den Stephanstag gleich drei Flugzeugen der katarischen Königsfamilie die Bewilligung zur Landung während der Nachtflugsperre am Flughafen Zürich erteilt. Grund dafür war offenbar ein medizinischer Notfall.

Die «diplomatischen Bewilligungen» für die drei Regierungsmaschinen seien um 23 Uhr erteilt worden, sagte eine Sprecherin der Luftwaffe am Montag auf Anfrage. Normalerweise würden solche Bewilligungen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erteilt. Ausserhalb der Bürozeiten des Bundesamtes würden jedoch solche Bewilligungen von der Luftwaffe ausgestellt.

Luftwaffe lässt Öffentlichkeit im Dunkeln

Eine erste Maschine der katarischen Regierungsflotte - ein Airbus aus dem marokkanischen Marrakesch - war danach um 0.30 Uhr am Flughafen Zürich gelandet. Dies machte der «Tages-Anzeiger» am Montag publik und berief sich dabei auf die Seite Flightradar24.com, auf welcher dieser Flug nachverfolgt werden konnte. Zwei weitere Flugzeuge aus Doha trafen um 5 und 5.15 Uhr in Zürich ein.

Weshalb neben dem Flugzeug mit dem medizinischen Notfall zwei weitere Maschinen mit der Entourage des Emirs von Katar die Landeerlaubnis während der Nachtflugsperre erhielten, wollte die Luftwaffe auf Anfrage der sda nicht bekannt geben. «Darüber geben wir keine Auskünfte», sagte die Sprecherin.

Ab 23 Uhr nur Notfälle erlaubt

Am Flughafen Zürich gilt seit 2010 ab 23 Uhr eine siebenstündige Nachtflugsperre. Landen und starten dürfen Flugzeuge erst am 6 Uhr. Dass wegen medizinischen Notfällen die Nachtflugsperre durchbrochen wird, ist nichts Aussergewöhnliches. Gemäss dem Flughafenbericht des Kantons Zürich wurden 2014 insgesamt 65 Ambulanz- oder Hilfsflüge registriert.

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(sda/gku)