Der wegen Nackt-Selfies in die Schlagzeilen geratene Badener Stadtammann und Nationalrat Geri Müller muss seine Führungs- und Repräsentativaufgaben vorläufig abgeben. Dies entschied der Stadtrat Baden an seiner Sitzung.

Der Stadtrat habe diesen Entscheid gemeinsam gefällt, um dem Stadtammann Zeit einzuräumen, sich voll auf die Klärung der Situation zu konzentrieren, heisst es in einer Mitteilung der Badener Stadtregierung vom Montagmorgen. Für den Stadtrat gelte die Unschuldsvermutung. Müllers Aufgaben werden vorerst von Vizeammann Markus Schneider übernommen.

Nacktbilder aus dem Büro

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hatte enthüllt, dass der national bekannte Grünen-Politiker von seinem Büro aus während der Arbeitszeit einer Bekannten Nacktbilder von sich selber geschickt hatte.

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Die Sache spitzte sich zu, als die Bekannte am Donnerstag von der Stadtpolizei Baden angehalten und befragt wurde. Später beschlagnahmte die Berner Kantonspolizei das Handy der Frau. Darauf sollen sich auch die Nacktaufnahmen von Müller befinden.

Widersprüchliche Aussagen

Müller schrieb in einer persönlichen Stellungnahme am Sonntag, dass er selber die Polizei eingeschaltet habe, weil seine Bekannte Suiziddrohungen ausgesprochen habe. Die Frau hingegen sagte gegenüber der Zeitung, dass sie von Müller unter Druck gesetzt worden sei, die Fotos zu löschen.

(sda/dbe)