Bei den Präsidentschaftswahlen in Bosnien-Herzegowina sind die Nationalisten in Führung. Ersten Teilergebnissen von Montagmorgen zufolge lagen die nationalistischen Kandidaten sowohl bei der Wahl des muslimischen Präsidenten, als auch bei der Abstimmung über die serbischen und kroatischen Mitglieder der Präsidentschaft vorn.

Demnach kam der Muslim Bakir Izetbegovic von der nationalistischen SDA-Partei nach Auszählung von knapp 77 Prozent der Wahlzettel mit 33,2 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz vor dem Medienmogul Fahrudin Radoncic, der 26,7 Prozent erhielt. Bei den Serben lag Zeljka Cijanovic und bei den Kroaten Dragan Covic vorn, auch wenn hier das Rennen knapper war. Beide gehören nationalistischen Parteien an.

Schwere Wirtschaftskrise

Die 3,3 Millionen Wahlberechtigten waren am Sonntag aufgerufen, die drei Mitglieder der Präsidentschaft sowie das Zentralparlament zu bestimmen. Zudem wurden die Parlamente der beiden Teilrepubliken und der Präsident der serbischen Republik Srpska gewählt. Weitere Ergebnisse sollten bekannt gegeben werden.

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Bosnien ist seit dem Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 in die serbische Republik Srpska und die Muslimisch-Kroatische Föderation aufgeteilt. Über den beiden Teilrepubliken stehen ein gemeinsames Parlament und eine schwache Zentralregierung mit einem kroatischen, einem muslimischen und einem serbischen Präsidenten an der Spitze.

Die Wahlen wurden von einer schweren Wirtschaftskrise überschattet und der Wahlkampf war geprägt von nationalistischer Rhetorik.

(sda/chb)