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Erziehung
Nationalrat sagt «Nein» zu Vaterschaftsurlaub

Väter daheim: Ein Vorstoss wirbt dafür. Keystone

Der Nationalrat hat die Einführung eines Vaterschaftsurlaubes abgelehnt. Die Kantone sollen selbst entscheiden – doch das dürfen sie gesetzlich gar nicht.

Veröffentlicht am 05.03.2015

Der Nationalrat will es den Kantonen nicht ermöglichen, einen Vaterschaftsurlaub einzuführen. Er hat am Donnerstag einen Vorstoss aus den Reihen der Grünen mit dieser Forderung mit 78 zu 93 Stimmen und 9 Enthaltungen abgelehnt.

Auch wenn die Meinungen über einen Vaterschaftsurlaub auf nationaler Ebene auseinandergingen, sollten die Kantone selber über die Einführung eines solchen Instrumentes entscheiden dürfen, heisst es in der Motion. Dafür müsse aber das Obligationenrecht geändert werden.

Pragmatischer Vorschlag

«Es ist an der Zeit, dass der zweite Elternteil auch seine Zeit mit dem Kind verbringen kann», sagte Aline Trede (Grüne/BE). Beim Vorstoss handle es sich um einen pragmatischen Vorschlag. Bundesrat Alain Berset warnte hingegen vor dessen Risiken: Zwischen den Kantonen könnten grosse Unterschiede entstehen.

Der Bundesrat hatte im Herbst 2013 erklärt, ein Vaterschaftsurlaub habe für ihn «nicht erste Priorität». In einem Bericht listete er damals verschiedene Modelle für einen Vaterschafts- und Elternurlaub auf. Das weitere Vorgehen sei nun Sache des Parlaments, sagte Innenminister Berset am Donnerstag.

14 Wochen Mutterschaftsurlaub

Die Frauen haben seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub. In dieser Zeit erhalten sie 80 Prozent des Erwerbseinkommens über die EO. Frischgebackenen Vätern werden nur ein bis zwei bezahlte Freitage gewährt, einige Arbeitgeber ermöglichen aber eine längere Abwesenheit.

(sda/awp/me)

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