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Spitalkosten
Nebenwirkungen bei der Fallpauschale

Operation im Unispital Lausanne: Die Fallpauschale bringt nicht nur Vorteile.  Keystone

Seit Januar 2012 gelten in Schweizer Spitälern die Fallpauschalen. Die umstrittene Reform führte nicht zur erwarteten Kostensenkung, sondern bedeutete vor allem eine Verlagerung in die Rehabilitation.

Von Pascal Ihle
am 14.05.2014

Die Erwartungen an die neue Spitalfinanzierung waren gross. Mit fixen Pauschalen, die ein Spital pro Fall erhält, sollten die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen gebremst werden. Doch eine Analyse des Krankenkassenverbands Santésuisse zeigt jetzt, dass die Reform nicht kostenneutral ist, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt. 2012, im Jahr der Einführung der Fallpauschalen, kam es im Bereich Spital stationär zu einem Kostenschub von 8,2 Prozent. Das liegt deutlich über dem langjährigen Wachstum von rund 4 Prozent pro Jahr. «Das ist sicher nicht im Sinne des Erfinders», sagt Verena Nold, Direktorin von Santésuisse.

Unerwünschte Nebenwirkung

Ausserdem haben die Fallpauschalen eine unerwünschte Nebenwirkung. Das Volumen für die Rehabilitation ist überdurchschnittlich um 10 Prozent gestiegen.  Dabei nahm die Fallzahl um 5 Prozent zu, die Kosten stiegen um knapp 6 Prozent. In anderen Worten: Die Aufhalte werden länger, die Fälle komplizierter. «Die Rehabilitation zeigt, dass ihre Kosten wegen des Kostendrucks in den Akutspitälern steigen», sagt Nold. Deshalb bringe eine isolierte Betrachtung eines Teil des Gesundheitssystem nichts.

Die Krankenversicherer bezahlten 2013 Bruttoleistungen von gut 27 Milliarden Franken. Die Leistungen der Spitäler und der behandelnden Ärzte machten gut 17 Milliarden aus.

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