Die Einheitskasse ist bereits im Abstimmungskampf arg unter die Räder gekommen. Die Gegner der Initiative schalteten zehn Mal mehr Inserate als die Befürworter. Bei der Mehrwertsteuer-Initiative war das Pro-Lager weitaus aktiver.

Die Initiative «für eine öffentliche Krankenkasse» dominierte in den Inseratespalten der Presse den Abstimmungskampf, wie eine Analyse des Projekts Année Politique Suisse (APS) ergab. Von 864 registrierten Anzeigen entfielen 616 auf diese Vorlage, wobei 560 Contra- nur 56 Pro-Inserate gegenüberstanden.

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Zur Initiative «Schluss mit der Mehrwertsteuer-Diskriminierung des Gastgewerbes» wurden in den 56 untersuchten Pressetiteln deutlich weniger Inserate geschaltet, wie die Forscher von der Universität Bern am Sonntag ausführten. Von 248 Anzeigen entfielen 228 auf das Pro-Lager, was einem Anteil von 93 Prozent entspricht.

Aargauer am stärksten umworben

Bei der Initiative für die Einheitskasse waren die Gegner laut APS in den letzten sieben Wochen flächendeckend in der Schweizer Presse präsent. Den Schwerpunkt legten sie auf die Deutschschweiz und dort vor allem auf den Aargau. Dahinter folgten Graubünden, Glarus, Zug und Schwyz.

Die Kampagne des Pro-Lagers beruhte auf regionalen Mobilisierungsanstrengungen. Dabei zeigten sich erhebliche Unterschiede zwischen den Landesteilen. Am aktivsten erwiesen sich die Befürworter in der Romandie. Dort war die Publikationsfrequenz doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz.

Die Befürworter der Mehrwertsteuer-Initiative waren gemäss APS vorab in den letzten vier Wochen im gekauften Annoncenraum präsent. Das Pro-Komitee setzte auf die Sonntags- und in geringerem Mass auf die Regionalpresse. Das Contra-Lager war in der zweitletzten Woche weitaus am aktivsten.

Das am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern angesiedelte APS-Projekt veröffentlicht seit Frühling 2013 jeweils Inserateanalysen zu allen nationalen Vorlagen. In den letzten acht Wochen vor dem Abstimmungdatum werden die Anzeigen elektronisch erfasst und ausgewertet.

(sda/chb)