Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Dienstag eine Ausweitung der Militäroperationen gegen militante Palästinenser im Gazastreifen angekündigt. «Die Hamas lässt uns keine andere Wahl», sagte der Politiker in einer Fernsehansprache. «Sie hat es vorgezogen, weiter (auf uns) zu schiessen, und sie wird einen hohen Preis dafür bezahlen.»

Israel hatte am Dienstagvormittag nach einer diplomatischen Initiative Ägyptens eine einseitige Feuerpause verkündet. Die islamistischen Hamas-Milizen und ihre Verbündeten fühlten sich nicht daran gebunden und setzten den Raketenbeschuss Israels fort. Israel nahm daraufhin seinerseits die Luftangriffe auf Gaza wieder auf.

Erstmals ein Israeli getötet

In dem einwöchigen Konflikt sind bis Dienstagabend fast 200 Palästinenser ums Leben gekommen. Erstmals seit dem Beginn der jüngsten militärischen Auseinandersetzungen wurde am heutigen Dienstag ein israelischer Zivilist getötet. Wie die israelische Armee bekannt gab, handelt es sich um einen 38-Jährigen, der in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen Soldaten mit Nahrung versorgte. Die tödliche Rakete wurde demnach aus dem Gazastreifen abgefeuert.

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Bislang konnte Israel eigene Todesopfer vermeiden, weil Abwehrsysteme viele Geschosse abfangen konnten und etliche Raketen auf freiem Feld niedergingen. Aus Netanjahus Worten ging nicht hervor, ob Israel nun eine Bodenoffensive plant. Aussenminister Avigdor Liebermann, der als Scharfmacher im Kabinett gilt, hatte am Dienstag ausdrücklich eine solche Offensive gefordert.

(sda/moh)