Die EU-Kommission arbeitet an zusätzlichen Regeln zur Abwicklung maroder Unternehmen im Finanzsektor. Nachdem es entsprechende Vorschriften bereits für Banken gibt, könnte in einer nächsten Runde der Umgang mit systemrelevanten Versicherern, Vermögensverwaltern oder Clearinghäusern festgelegt werden, sagte EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill am Freitag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

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In Kürze werde er ein System vorlegen, wie mit Clearinghäusern verfahren werden könnte. Vorschläge für eine entsprechende gesetzliche EU-Regelung sollten im Jahresverlauf folgen. Das Thema habe an Bedeutung gewonnen, weil der rund 650 Billionen Euro schwere Derivatemarkt infolge neuer Regulierungsmassnahmen immer mehr über Clearinghäuser laufe.

Versicherer werden später geregelt

Diese Abwicklungsstellen sollen dafür sorgen, dass keine Schieflage am Markt entsteht, wenn beim Derivatehandel einer der Vertragspartner pleitegeht. Allerdings sind Unternehmen wie die Deutsche-Börse -Tochter Eurex Clearing oder LCH.Clearnet damit selbst einem grösseren Risiko ausgesetzt. Deshalb müsse man sorgfältiger darüber nachdenken, wie man derartige Firmen abwickeln könne, sagte Hill.

Regelungen für Versicherer oder Vermögensverwalter sollten später folgen. Es werde aber verschiedene Regulierungsansätze geben, kündigte der britische EU-Kommissar an. Finanzkonzerne ausserhalb des Bankensektors hatten sich dagegen gesträubt, dass für sie alle die gleichen Regeln gelten sollen.

(reuters/ise/ama)