Das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz hat eine neue CD mit Schweizer Bankdaten gekauft. Aufgrund der Informationen fanden am Morgen bundesweit Durchsuchungsaktionen statt. «Spiegel Online» berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Koblenz , dass  deutsche Kunden der Credit Suisse, der ehemaligen Clariden Leu und der Neuen Aargauer Bank (NAB) betroffen sind. Wie ein Staatsanwalt der Nachrichtenseite sagte, sollen heute genau 201 Razzien durchgeführt worden sein.

Die neue CD wurde vom Finanzminister von Rheinland-Pfalz, Carsten Kühl (SPD), für rund 4 Millionen Euro gekauft, wie dieser mitteilte. Die CD enthalte insgesamt rund 40'000 Datensätze. «Sie sind authentisch und von einer ausgezeichneten Qualität», erklärte der Minister. Am Kauf der Datensammlung haben sich laut dem Bericht in «Spiegel Online» allerdings auch weitere Bundesländer beteiligt, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.

Von den Datensätzen würden rund 4000 Fälle in einem ersten Durchgang ausgewertet, berichtet das Nachrichtenportal weiter. Ein «hoher Anteil» der bislang überprüften Konten sei von den deutschen Eigentümern nicht in ihren Steuererklärungen deklariert worden. Eine Reihe der bisher überprüften Bankkunden habe dabei das sogenannte «Zwei-Konten-Modell» angewendet. Dabei wird nur eines von zwei vorhandenen Schweizer Konten dem deutschen Finanzamt gemeldet.

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Die Behörden gehen laut dem rheinland-pfälzischen Finanzminister davon aus, dass sich rund 500 Millionen Euro an Steuergeldern durch die Daten erzielen lassen. Aufgrund der Meldungen über die Aktion dürften sie ausserdem erneut mit einer hohen Zahl von Selbstanzeigen rechnen.

(tke/aho/tno/awp)