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Ansturm
Neue deutsche Zöllner für Schweizer Shopper

Grenzübergang: Auf deutscher Seite wird kräftig expandiert.

Während hierzulande die Politik über Massnahmen zur Eindämmung des Einkaufstourismus berät, baut der deutsche Zoll an der Schweizer Grenze kräftig aus.

Von David Vonplon
am 31.05.2017

 Um den Ansturm von Schweizer Shoppern zu bewältigen, werden per 1. Juni in den Hauptzollämtern Singen und Lörrach 49 zusätzliche Zollangestellte eingestellt, wie die deutsche Generalzolldirektion auf Anfrage der «Handelszeitung» bestätigt. Die Expansion an der Grenze ärgert die Grossverteiler: «Deutschland betreibt einen massiven Aufwand, um die grenzüberschreitenden Einkäufe möglichst reibungslos abzuwickeln», kritisiert Martin Schläpfer, Leiter Wirtschaftspolitik bei der Migros. 

In Bern lobbyiert der orange Riese gemeinsam mit Coop derzeit mit Hochdruck für die Einführung einer Mehrwertsteuer-Pflicht: So soll künftig auch auf Auslandseinkäufe bis 300 Franken die Mehrwertsteuer bezahlt werden – entweder in Deutschland oder in der Schweiz. Rückendeckung erhielten die beiden Grossisten unlängst von Serge Gaillard, dem Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung: Auf 500 bis 550 Millionen Franken bezifferte dieser unlängst die Steuerausfälle infolge des Einkaufstourismus.

Finanzdepartement bessert nach

Nun jedoch krebst das Finanzdepartement (EFD) zurück – und korrigiert die Zahlen Gaillards stark nach unten. Dem Bund würden durch den Einkaufstourismus gemäss groben Schätzungen lediglich Mehrwertsteuer-Einnahmen «im unteren dreistelligen Millionenbereich» entgehen, erklärt ein EFD-Sprecher gegenüber der «Handelszeitung».

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