US-Präsident Barack Obama hat seinen umstrittenen Kandidaten für den CIA-Chefposten durchgesetzt. Der Senat bestätigte John Brennan zum neuen Leiter des Auslandsgeheimdienstes.

Die Senatoren in Washington bestätigten den bisherigen engen Terrorberater der US-Regierung mit 63 zu 34 Stimmen. Der 57-Jährige folgt auf David Petraeus, der im November wegen einer Sexaffäre seinen Posten geräumt hatte.

Brennans Bestätigungsverfahren hatte im Kongress eine Debatte über die umstrittenen Drohneneinsätze der Regierung ausgelöst. Bis zuletzt versuchten einige Senatoren aus beiden Parteien, Brennans Ernennung zu verhindern, bis das Weisse Haus ihnen mehr Informationen über die Drohnenschläge gibt. Brennan gilt als Architekt der Einsätze im Ausland.

John Brennan ist eine Schlüsselfigur im amerikanischen Kampf gegen Terroristen. Als enger Berater von US-Präsident Obama hat er die Erfolge der vergangenen Jahre mit ermöglicht. Doch er hat auch Kritiker.

John Brennan als neuer Direktor des Geheimdienstes CIA, das war für Barack Obama keine schwierige Entscheidung. Der 57-Jährige ist der Topberater des US-Präsidenten bei der Terrorbekämpfung und stellvertretender Chef des Nationalen Sicherheitsrates.

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In den vergangenen vier Jahren traf er bisweilen mehrere Male am Tag mit Obama zusammen, um ihn über brisante Ereignisse auf dem Laufenden zu halten. Nicht umsonst gilt Brennan als einer der einflussreichsten Männer im Weissen Haus.

Dass Al-Kaida-Chef Osama bin Laden 2011 getötet wurde, ist der bisher grösste Einzelerfolg in Brennans langjähriger Dienstzeit als CIA-Beamter und Terrorbekämpfer. Auch als Aufseher über die von Obama verfügten Drohneneinsätze gegen Terrorziele im Jemen, in Somalia und Pakistan sowie - wie kürzlich in den Medien durchsickerte - auch in Saudi-Arabien hat er sich als entschlossener Terroristenjäger bewährt.

Entsprechend gilt der am 22. September 1955 in North Bergen (New Jersey) geborene Politikwissenschaftler als ebenso smart wie knallhart, bei Auftritten wirkt er oft bärbeissig.

25 Jahre im Dienste der CIA

Seine Karriere macht Brennan, der fliessend Arabisch spricht, in den Augen vieler geradezu zum Idealkandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen David Petraeus. Sie umspannt rund 25 Jahre im Dienst der CIA mit Stationen in mehreren Nahost-Staaten. Später war Brennan auch im Hauptquartier in Langley über weite Strecken auf die Informationsbeschaffung aus der Nahost-Region spezialisiert.

2004 wurde er geschäftsführender Direktor des neu geschaffenen Nationalen Antiterrorzentrums. 2005 wechselte er in die Privatwirtschaft, um dann von Obama ins Weisse Haus geholt zu werden.

Ursprünglich sollte Brennan schon damals CIA-Chef werden. Aber Vorwürfe von liberaler Seite, nach denen er in seiner CIA-Funktion Folter bei Verhören Terrorverdächtiger zumindest geduldet habe, zwangen ihn zum Verzicht auf eine Kandidatur.

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Nach seiner Nominierung als CIA-Direktor geriet vor allem seine Haltung zum Drohnenkrieg ins Visier. Erst nachdem das Weisse Haus dem Kongress bislang verschwiegene Informationen zu den Schlägen übermittelte, wurde Brennan bestätigt.

(chb/sda)