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Reform
Neuer Fifa-Präsident darf nur noch zwölf Jahre ran

Fifa: Der Verband will den neuen Präsidenten Ende Februar küren. Keystone

So lange wie Sepp Blatter soll kein Fifa-Präsident mehr im Amt sein: Blatters Nachfolger wird wohl mit zwölf Jahren Dienstzeit begnügen müssen. Am Februar-Wahltermin hält die Fifa fest.

Veröffentlicht am 20.10.2015

Um das angekratzte Image der Fifa wieder aufzupolieren, strebt der Weltfussballverband Reformen an. Politische Ämter und Managementfunktionen sollten künftig klar voneinander getrennt und die Zahlungsströme besser kontrolliert werden, wie einem Papier des Fifa-Reformkomitees zu entnehmen ist. Zudem dürfe künftig kein Fifa-Präsident länger als zwölf Jahre im Amt bleiben und älter als 74 Jahre sein.

Den Nachfolger von Sepp Blatter will die Fifa trotz Blatters Amtsenthebung Ende Februar küren. Man halte an dem für 26. Februar geplanten Wahltermin fest, teilte die Fifa am Dienstag nach einer Sitzung ihres Exekutivkomitees weiter mit.

Rückschlag für Platini

Die Entscheidung ist ein Rückschlag für Uefa-Präsident Michel Platini, der von einem späteren Wahltermin profitiert hätte. Der ehemalige Spitzenfussballer galt lange Zeit als aussichtsreichster Kandidat für den Posten.

Doch Anfang Oktober hatte die Fifa-Ethikkommission ihn und Blatter vorübergehend von allen Funktionen suspendiert. Die Sperre gilt 90 Tage und kann um bis zu 45 Tage verlängert werden. Blatter wird vorgeworfen, im Jahr 2011 eine Zahlung von zwei Millionen Franken an Platini zulasten der Fifa geleistet zu haben.

Platini ficht Sperre an

Ob Platini überhaupt zu der Wahl antreten kann, liess die Fifa offen. Er hatte Berufung gegen seine Sperre eingelegt. Solange eine Suspendierung aufrecht sei, werde das Wahlgremium die Bewerbung eines entsprechenden Kandidaten nicht berücksichtigen, erklärte der Verband. Sollte die Sperre vor der Wahl am 26. Februar enden, liege es am Wahlkomitee, die Kandidatur zu akzeptieren oder nicht.

Der mächtige Verband wird derzeit von dem grössten Skandal seiner mehr als hundertjährigen Geschichte erschüttert. Die USA haben Anklage gegen mehrere Fifa-Funktionäre erhoben. Ihnen wird organisierte Kriminalität, Geldwäsche und Betrug im Zuge millionenschwerer Bestechungsprogramme zur Last gelegt. Auch der Deutsche Fussball-Bund (DFB) hatte Ungereimtheiten rund um eine Millionen-Zahlung an die Fifa eingeräumt.

(sda/mbü/ama/chb)

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