Die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie erhalten einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Die Einigung zwischen den Sozialpartnern erfolgte heute Samstag nach zähen Verhandlungen und einer Mediation durch den ehemaligen SECO-Direktor Jean-Luc Nordmann.

Knackpunkt bei den Verhandlungen, die über ein halbes Jahr angedauert hatten, war die Forderung der Gewerkschaften nach einem Mindestlohn. Und sie setzten sich durch: Im neuen Gesamtarbeitsvertrag werden erstmals Mindestlöhne festgeschrieben, wie Nordmann am Samstag mitteilte.

Durchbruch

«Historischer Durchbruch», freut sich denn auch die Gewerkschaft Unia. 75 Jahre lang hätten sich die Arbeitgeber «resolut gegen Mindestlöhne im GAV gesperrt». Die Unia aber auch die Arbeitnehmervertreter von Angestellte Schweiz lobten die kompetente Mediation durch den ehemaligen SECO-Direktor Jean-Luc Nordmann.

Details zum neuen GAV werden gemäss Nordmann bis am Donnerstag keine bekannt gegeben, da die Sozialpartner - Unia, KV Schweiz, Angestellte Schweiz, Syna, die Schweizer Kader Organisation auf Arbeitnehmerseite und der Arbeitgeberverband Swissmem - zunächst ihre Mitglieder informieren müssten. Der neue GAV soll aber am 1. Juli in Kraft treten und bis zum 30. Juni 2018 gültig sein.

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Gemäss Nordmann bringt er neben den Mindestlöhnen eine erhöhte Flexibilität für die Betriebe sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit.

Lohnabstufung

In ihren Medienmitteilungen verraten die Arbeitnehmervertreter jedoch bereits einige Details des neuen GAV. So sind gemäss Angestellten Schweiz die Lohnuntergrenzen regional abgestuft für starke, mittlere und schwache Wirtschaftsregionen.

Zudem können Arbeitgeber neu flexibler auf Auftragsschwankungen reagieren. Im Gegenzug erhielten die Angestellten einen Vaterschaftsurlaub. Der GAV empfehle auch Unterstützung bei der Familienbetreuung und einen Elternurlaub. Weiter wird die Zahl der Bildungstage erhöht.

(tke/sda)