Spanien will seinen angeschlagenen Bankensektor bis Oktober einem erneuten Stresstest unterziehen. Der Belastungstest soll sich vor allem auf sieben Geldhäuser konzentrieren, wie aus einem Dokument auf der Internetseite des spanischen Wirtschaftsministeriums hervorging.

Damit gewinnt das krisengeschüttelte Euroland mindestens zwei Monate mehr Zeit, um direkte Kapitalspritzen für die Finanzinstitute im Rahmen eines europäischen Hilfspakets von bis zu 100 Milliarden Euro zu verhandeln.

Die spanische Regierung hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass eine Prüfung durch zwei unabhängige Beratungsunternehmen bei den Banken eine Kapitallücke von 51 bis 62 Milliarden Euro unter den schärfsten Krisenannahmen ergeben habe.

Die Euro-Finanzminister hatten dem Land bis zu 100 Milliarden Euro Hilfe aus den Rettungsfonds offeriert. Der formelle Antrag werde in den kommenden Tagen gestellt, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die spanischen Banken leiden an den Folgen der Immobilienkrise und sitzen auf Bergen notleidender Kredite.

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(laf/sda)