Der Politiker der konservativen Partei UMP erklärte am Freitag auf seiner Facebook-Seite, er wolle für den Partei-Vorsitz kandidieren. Dies, obwohl er am 6. Mai 2012, dem Abend der Präsidentschaftswahl, bekannt gab, sich wegen der Wahlniederlage von allen öffentlichen Aktivitäten zurückzuziehen.

Seitdem habe er die Zeit genutzt, seine Präsidentschaft Revue passieren zu lassen. «J’ai pris le temps de la réflexion après toutes ces années d’activités intenses», schrieb Sarkozy auf Facebook. Nach reiflicher Überlegung sei er zum Schluss gekommen, Frankreich eine neue politische Wahl zu bieten, heisst es weiter. «C’est au terme d’une réflexion approfondie que j’ai décidé de proposer aux Français un nouveau choix politique.»

72 Prozent sprachen sich im Juli gegen Sarkozy aus

«J’aime trop la France», sagt Sarkozy, er liebe Frankreich zu sehr. «Je suis trop passionné par le débat public et l’avenir de mes compatriotes pour les voir condamnés à choisir entre le spectacle désespérant d’aujourd’hui et la perspective d’un isolement sans issue.» - Die öffentliche Debatte und die Zukunft seiner Landlsleute interessieren Sarkozy sehr. Die derzeitige Lage sei vertrackt, ein verzweifeltes Schauspiel. Für die Zukunft drohe die Isolation.

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Kurz vor den Europawahlen hatte sich Sarkozy bereits mit einem Plädoyer für Reformen in Europa zurückgemeldet, nachdem er 2012 abgewählt worden war. Den Ausgang der Europawahlen will Sarkozy nicht als Sieg euroskeptischer Populisten verstanden wissen, sondern als «Niederlage für uns alle».

Fast zwei Drittel der Franzosen lehnten im Juli eine Rückkehr des früheren Präsidenten in die Politik ab. 65 Prozent sprachen sich in einer Umfrage des Instituts CSA für den Sender BFMTV gegen solche Pläne aus, nur 33 Prozent dafür. Unter den Anhängern von Sarkozys konservativer UMP, in der seit Monaten ein erbitterter Führungsstreit tobt, sprachen sich 72 Prozent für seine Rückkehr aus.

(Angereichert mit sda-Material)