Matthias Hartmann, der Ex-Intendant des Zürcher Schauspielhauses, hat sich selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt. Er reagierte damit auf einen Bericht des Tagesanzeigers vom letzten Samstag. Die Zeitung hatte aufgedeckt, dass der gefallene Theaterdirektor offenbar ein Handgeld von 350'000 Franken nicht versteuerte. Die Summe hatte er 2009 für bei seinem Wechsel ans Wiener Burgtheater erhalten.

Es ist für Matthias Hartmann bereits die zweite Hiobsbotschaft innert kürzester Zeit. Erst am Dienstag vor einer Woche war Hartmann am Wiener Burgtheater fristlos gefeuert worden. Der Direktor habe seinen Dienstvertrag nicht eingehalten. Das Burgtheater war unter Hartmann in finanzielle Schieflage geraten und hat offenbar Schulden von 8,3 Millionen Euro angehäuft.

Kein neuer Fall Hoeness

Eine Gefängnisstrafe wie Uli Hoeness muss Hartmann dennoch nicht befürchten. Zwar gilt die Straffreiheit in der Schweiz wie auch in Deutschland nur bei einer Selbstanzeige einer unentdeckten Tat. Anders als in Deutschland kommen Steuersünder in der Schweiz aber nicht ins Gefängnis. Im schlimmsten Fall droht dem Star-Intendant eine hohe Busse.

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(gku/chb)