Mehrere zehntausend Menschen haben auf den Philippinen gegen Korruption in der Politik demonstriert. Sie versammelten sich in einem Park in der Innenstadt der Hauptstadt Manila.

«Es handelt sich um eine sehr respektvolle Versammlung», sagte der nationale Polizeisprecher Reuben Sindac der Nachrichtenagentur AFP. «Die Teilnehmer sorgen in ihren eigenen Reihen für Ordnung.» In anderen Städten habe es ähnliche Protestaktionen gegeben, sagte Sindac. Auch diese seien friedlich geblieben.

Korruption im Politikbetrieb

Auf den Philippinen wächst derzeit die öffentliche Kritik an der weit verbreiteten Korruption im Politikbetrieb. Eine Reihe von Zeitungsartikeln, in denen die Zweckentfremdung öffentlicher Gelder aufgedeckt wurde, sorgte für Empörung über die üblichen linken Protestgruppen hinaus. Bei der Kundgebung in Manila waren unter anderem Nonnen, Priester, Studenten, Geschäftsleute, Familien der Mittelschicht und Anwälte dabei.

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Die Kundgebung war über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter organisiert worden. Die ersten Aufrufe dort wurden gestartet, nachdem die Tageszeitung «Philippine Daily Inquirer» über einen weiteren Skandal berichtet hatte.

Demnach haben ein Parlamentsabgeordneter und eine Frau zusammengearbeitet, um rund zehn Milliarden Peso (etwa 209 Millionen Franken) an öffentlichem Geld abzuzweigen. Das Geld stammte aus einem umstrittenen Fonds, der jedem Abgeordneten zur Verfügung steht, um bevorzugte Entwicklungsprojekte zu fördern.

(sda/vst)