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Nordkorea hat bald Material für 20 Atombomben

TV-Sprecherin in Nordkorea: Die nächsten «Erfolgsmeldungen» kommen bestimmt. Keystone

Bis Ende Jahr könnte Nordkorea über Uran und Plutonium für 20 Atombomben verfügen. Das geht aus einem neuen Bericht hervor. Bei der Schätzung gibt es allerdings ein erhebliches Problem.

Veröffentlicht am 14.09.2016

Nordkorea könnte bis Ende des Jahres über genug Material für bis zu 20 Atombomben verfügen. Dies geht aus einem Bericht von Waffenexperten der Johns Hopkins Universität hervor. Das abgeschottete Land habe den Prozess der Urananreicherung derart beschleunigt, dass es zusammen mit seinem Vorrat an Plutonium etwa sechs Atombomben pro Jahr herstellen könne, erklärte darin am Montag Siegfried Hecker, ehemaliger Leiter der US-Forschungseinrichtung Los Alamos. Am Freitag hatte Nordkorea ungeachtet internationaler Sanktionen zum fünften Mal einen Atomtest unternommen und damit international für Aufregung gesorgt.

Die Experten schätzen die jährliche Produktionsmenge Nordkoreas auf bis zu 150 Kilogramm Uran und den Plutonium-Vorrat auf bis zu 54 Kilogramm. Beide Stoffe können zum Bau von Atomwaffen genutzt werden. Zwar können die Plutoniumvorräte Nordkoreas mit Hilfe von Satellitenbildern vergleichsweise genau geschätzt werden. Dagegen können westliche Experten nicht erkennen, wie fortgeschritten das Uranprogramm ist. Jeffrey Lewis vom kalifornischen Middlebury Institute of International Studies sagte, Nordkorea könne wahrscheinlich an zwei Standorten hochangereichertes Uran für den Bombenbau produzieren. Hecker nannte die Uranproduktion Nordkoreas «neuen atomaren Joker».

Verkleinerung für Raketen

Parallel dazu arbeitet Nordkorea an der Entwicklung ballistischer Trägerraketen. Südkoreanischen Geheimdiensterkenntnissen zufolge hat der Norden Fortschritte bei der Verkleinerung von atomaren Sprengköpfen erzielt, so dass sie mit derartigen Waffen eingesetzt werden können.

(reuters/gku/ama)

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