Nordkorea hat nach eigenen Angaben die Absicht, einen neuen Atomtest vorzunehmen. Wie die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, soll der Versuch dem «Erzfeind» USA gelten - als Reaktion auf die vom UNO-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen.

«Wir verhehlen nicht, dass die verschiedenen Satelliten und Langstreckenraketen, die wir weiterhin starten werden, und auch der Spitzen-Atomversuch, den wir vornehmen werden, auf unseren Erzfeind USA abzielen», zitierte die Agentur eine Erklärung von Nordkoreas Nationaler Verteidigungskommission.

Die USA hatten seit Nordkoreas jüngstem Raketen-Test Mitte Dezember auf neue UNO-Sanktionen hingearbeitet und wurden dabei von Japan und Südkorea unterstützt. Am Dienstag verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat eine entsprechende Resolution.

Die Massnahmen, die Nordkoreas Raumfahrtbehörde und andere Akteure mit Strafmassnahmen belegen, wurden in Absprache mit Nordkoreas wichtigstem Verbündeten, der UNO-Vetomacht China, verhängt.

Moratorium aufgekündigt

Das stalinistisch regierte Nordkorea hatte bereits im April 2012 eine Rakete mit einem Beobachtungssatelliten gestartet, die jedoch kurz darauf ins Gelbe Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea betrachteten den Start als verdeckten Test einer Langstreckenrakete für das nordkoreanische Atomprogramm und damit als Verstoss gegen UNO-Resolutionen.

Als die USA daraufhin Nahrungsmittellieferungen aussetzten, kündigte Nordkorea ein Moratorium für Atomtests auf. Nach eigenen Angaben nahm Pjöngjang bereits in den Jahren 2006 und 2009 Atomwaffentests vor.

Die UNO verhängte schon mehrfach Strafmassnahmen gegen Nordkorea. Die Sechser-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm, an denen ausser den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt sind, befinden sich seit Dezember 2008 in einer Sackgasse.

(tke/vst/sda)