Die Regierung in Pjöngjang habe zudem die Überstellung der Leiche Kim Jong Nams verlangt, verlautete aus malaysischen Regierungskreisen. Dies hätten die Behörden aber mit der Begründung abgelehnt, sie würden sich an die Vorschriften halten. Eine Entscheidung über eine Überstellung des Leichnams nach Nordkorea sei noch nicht gefallen. Medien hatten am Dienstag unter Berufung auf südkoreanische Regierungskreise berichtet, zwei mutmassliche nordkoreanische Agentinnen hätten Kim Jong Nam am Flughafen von Kuala Lumpur mit einer Giftnadel getötet. Dort wurde am Mittwochmorgen nach Polizeiangaben eine Frau im Zusammenhang mit Kim Jong Nams Tod festgenommen.

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Am Morgen war der Leichnam in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er obduziert werden sollte. Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft folgten dem Transport. Auch der nordkoreanische Botschafter Kang Chol hielt sich in dem Krankenhaus auf.

Vietnamesen-Pass

Die malaysische Polizei fahndete im Zusammenhang mit Kim Jong Nams Tod nach mehreren weiteren Ausländern. Die am Flughafen festgenommene Frau habe einen vietnamesischen Ausweis bei sich getragen und sei zum Zeitpunkt der Festnahme allein unterwegs gewesen.

Nach Polizeiangaben wollte Kim Jong Nam nach Macau reisen, als ihm plötzlich schwindelig wurde. Er habe sich an Mitarbeiter des Flughafens gewandt und berichtet, jemand habe ihm von hinten ins Gesicht gegriffen. Kim Jong Nam sei in der Krankenstation behandelt worden und später auf dem Weg in einem Rettungswagen zu einer Klinik verstorben. Er ist ein älterer Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Sie sind beide Söhne des 2011 verstorbenen Machthabers Kim Jong Il.

Kim Jong Nam hielt sich lange im Ausland auf und äusserte sich öffentlich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat. Immer wieder gab es Gerüchte, er könnte seinen Halbbruder an der Spitze des weitgehend abgeschotteten Landes ablösen.

(reuters/chb)