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Nordkorea: Nichtangriffspakt mit Südkorea ist tot

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un rasselt mit dem Säbel. (Bild: Keystone)

Nordkorea lässt sich durch Sanktionen nicht einschüchtern - im Gegenteil: Das kommunistische Land kündigt nun den Waffenstillstand mit seinem südlichen Nachbar mit sofortiger Wirkung auf.

Veröffentlicht am 08.03.2013

Nordkorea lässt sich auch von den neuesten UNO-Sanktionen nicht beeindrucken: Wenige Stunden nach der Verhängung schärferer Sanktionen durch den Sicherheitsrat kündigte das Land den Nichtangriffspakt mit Südkorea und alle anderen Abkommen für Entspannung auf.

Pjöngjang kappte auch den «Heissen Draht» nach Seoul. Der Verbindungskanal im Grenzort Panmunjom werde geschlossen, wurde das Komitee für eine friedliche Wiedervereinigung Koreas von den Staatsmedien zitiert. Nordkorea hatte schon 2009 alle innerkoreanischen Abkommen über Entspannung für nichtig erklärt. Der Aussöhnungsvertrag von 1992 enthält unter anderem einen Nichtangriffspakt und sieht Schritte zur militärischen Entspannung vor.

Sanktionen

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag drei Wochen nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest die Sanktionen gegen das Land verschärft. Das mächtigste UNO-Gremium verabschiedete einstimmig die härtesten Strafmassnahmen der jüngeren UNO-Geschichte. Das staatliche nordkoreanische Wiedervereinigungskomitee verurteilte die Resolution als Beweis dafür, dass Washington und seine «Marionetten» in Seoul «wild entschlossen» zur Konfrontation seien.

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea hätten die «Gefahrenlinie» derart weit überschritten, dass sie nicht mehr zu kitten seien. Auf der koreanischen Halbinsel sei die Lage «extrem gefährlich», ein Atomkrieg «könnte jetzt ausbrechen». Das staatliche Komitee warnte, das nordkoreanische Militär werde auf jegliche Grenzverletzung - und sei sie «nur um einen Zentimeter» - «gnadenlos» reagieren. Sowohl Süd- als Nordkorea planen für kommende Woche grosse Militärmanöver.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA besuchte Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un am Donnerstag eine Militäreinheit an der innerkoreanischen Grenze, die 2010 in einen tödlichen Zwischenfall mit dem Süden verwickelt war. Dabei habe er die Bereitschaft des Landes zum Krieg betont und verkündet, im Falle einer Provokation werde er Angriffe entlang der gesamten Grenze anordnen.

UNO-Sicherheistrat

Kurz vor der Sitzung des UNO-Sicherheitsrats hatte Pjöngjang bereits den USA mit einem Atomschlag gedroht. «Weil die USA einen Atomkrieg entfachen wollen, werden wir unser Recht auf einen nuklearen Präventivschlag gegen das Hauptquartier der Aggressoren wahrnehmen», zitierten Staatsmedien einen Sprecher des Aussenministeriums.

Die USA wiesen die Drohungen Nordkoreas zurück. «Die Vereinigten Staaten sind voll und ganz in der Lage, sich gegen nordkoreanische Raketendrohungen zu verteidigen», sagten wortgleich die Sprecher von Weissem Haus und Aussenministerium. Ohnehin seien die Drohungen nicht neu, das Land habe bereits häufiger bewiesen, dass ihm nicht an einer Verbesserung der internationalen Beziehungen gelegen sei.

(muv/tke/sda)

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