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Nordkoreas Arbeiter bleiben zuhause

Kim Jong Un: Der nordkoreanische Diktator rasselt weiter mit dem Säbel. (Bild: Keystone)

Kim Jong Un hat den innerkoreanischen Gewerbepark Kaesong abriegeln lassen. Damit können Tausende Angestellte in der Sonderwirtschaftszone nicht mehr arbeiten. Auch fordert Kim Jong Un Ausländer in Sü

Veröffentlicht am 09.04.2013

Das nordkoreanische Regime hat wie angekündigt keine Arbeiter aus dem eigenen Land mehr in den grenznahen innerkoreanischen Gewerbepark in Kaesong gelassen. Die rund 53'000 nordkoreanischen Arbeiter seien nicht zur Arbeit in der Sonderwirtschaftszone erschienen, teilten das Vereinigungsministerium in Seoul sowie südkoreanische Firmenvertreter mit. Die Produktion in den Fabriken in dem Industriepark in der nordkoreanischen Stadt sei zum Erliegen gekommen.

Nach immer neuen Kriegsdrohungen gegen Südkorea hatte das Regime in Pjöngjang am Montag angekündigt, alle nordkoreanischen Arbeiter aus dem Kaesong-Komplex abzuziehen. Der Betrieb werde bis auf weiteres eingestellt. Der 2004 eröffnete Industriepark, in dem 123 südkoreanische Unternehmen produzieren, ist das letzte grosse Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder. Formell befinden sich Süd- und Nordkorea seit dem Ende ihres Bruderkriegs (1950-53) noch immer im Kriegszustand.

Seit dem dritten Atomtest durch Nordkorea im Februar haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel deutlich verschärft. Nordkorea hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt.

Warnung an Ausländer in Südkorea

Nordkorea hat allen in Südkorea lebenden Ausländern nahegelegt, das Land zu verlassen. Die Ausländer sollten sich über Schutzräume informieren und ihre Abreise planen, hiess in einer Erklärung des nordkoreanischen Asien-Pazifik-Komitees.

«Im Falle eines Krieges wollen wir nicht, dass in Südkorea lebende Ausländer verletzt werden», erklärte das nordkoreanische Asiatisch-Pazifische Friedenskomitee laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die koreanische Halbinsel steuere auf einen «thermo-nuklearen Krieg» zu, hiess es in der Erklärung. Sämtliche ausländischen Organisationen, Firmen und Touristen sollten daher «Evakuierungsmassnahmen ausarbeiten».

Die Ankündigung kam wenige Tage nach der Empfehlung Nordkoreas an ausländische Botschaften in Pjöngjang, ihre Botschaftsgebäude zu räumen.

Angespannte Lage

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel ist derzeit sehr angespannt. Nordkorea sprach in den vergangenen Wochen immer neue Drohungen vor allem gegen die USA und Südkorea aus. Erst vergangene Woche erklärte die nordkoreanische Armee, ein Atomangriff auf die USA sei ab sofort genehmigt.

Zudem verlegte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben zwei Mittelstreckenraketen an seine Ostküste und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Experten rechnen mit einem Raketentest in den kommenden Tagen.

Die USA entsandten ihrerseits strategische Bomber der Typen B-52 und B-2 nach Südkorea. Sie können sowohl konventionelle als auch atomare Waffen tragen. Weiterhin beorderten die USA zwei Kriegsschiffe in die Umgebung der koreanischen Halbinsel. Dabei handelt es sich um zwei Zerstörer, die mit dem Raketenabwehrsystem Aegis ausgerüstet sind.

Das US-Militär kündigte ausserdem die Stationierung einer weiteren Raketenabwehrstellung auf der Pazifikinsel Guam an. Auf der rund 3400 Kilometer südöstlich von Nordkorea gelegenen Insel Guam sind 6000 US-Soldaten, in Südkorea fast 30'000 US-Soldaten stationiert.

Japan bringt Raketenabwehr in Stellung

Das japanische Verteidigungsministerium bringt derweil wegen der Bedrohung durch Nordkorea Raketenabwehrvorrichtungen in der Hauptstadt Tokio in Stellung. Mitten in Tokio wurden Patriot-Raketen stationiert. Die zwei Abwehrsysteme seien in der Nacht auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums im Herzen der Hauptstadt installiert, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Auch an zwei anderen Orten der Millionen-Metropole sollen PAC-3-Anlagen in Stellung gebracht werden.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Itsunori Onodera den Befehl erteilt, nordkoreanische Raketen abzuschiessen, sollten diese japanisches Territorium erreichen. Die japanische Marine hat zu diesem Zweck Aegis-Zerstörer ins Japanische Meer entsandt. Das kommunistische Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Angriffsdrohungen ausgesprochen. Zudem liess die Regierung in Pjöngjang zwei Mittelstrecken-Raketen an die Ostküste des Landes verlegen und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Experten rechnen mit einem Raketentest noch in dieser Woche.

(muv/chb/awp/sda)

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