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Giftmord
Nordkoreas Botschafter zur Persona non grata erklärt

Botschafter Kang Choi: In Malaysia unerwünscht. Keystone

Nordkoreas Botschafter muss Malaysia innert 48 Stunden verlassen. Der Top-Diplomat hatte unter anderem das Vorgehen der malaysischen Behörden im Fall Kim Jong Nam kritisiert.

Veröffentlicht am 04.03.2017

Im Zusammenhang mit dem tödlichen Gift-Anschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un weist Malaysia den nordkoreanischen Botschafter aus. Botschafter Kang Choi sei zur unerwünschten Person erklärt worden und müsse das Land binnen 48 Stunden verlassen, erklärte das Aussenministerium in Kuala Lumpur am Samstag.

Zuvor hatte die malaysische Regierung eine Entschuldigung des Diplomaten für dessen Äusserung gefordert, den Behörden Malaysias sei bei der Untersuchung des Giftanschlags nicht zu trauen. Der Top-Diplomat hatte zudem in Anspielung auf Südkorea erklärt, Malaysia mache gemeinsame Sache mit «ausländischen Kräften».

Mutmassliche Täterinnen in Haft

Malaysia reagiere mit Härte auf alle Beleidigungen und Versuche, dem Ansehen des Landes zu schaden, begründete das Aussenministerium die Ausweisung.

Der 45-jährige Kim Jong Nam, ein Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers, war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden.

Zwei Frauen wird zur Last gelegt, ihm das Nervengift VX, das als Massenvernichtungswaffe eingestuft wird, ins Gesicht gewischt zu haben. Kim starb kurz darauf auf dem Weg ins Spital. Die beiden Verdächtigen, eine Vietnamesin und eine Indonesierin, wurden wegen Mordes angeklagt. Sie sagten aus, sie seien für eine Reality-TV-Show angeworben worden.

Die Ermittler verdächtigen acht Nordkoreaner, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Gegen einige Verdächtige wurde inzwischen Anklage wegen Mordes erhoben. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe.

Kim Jong Nam stand unter dem Schutz Chinas

Nordkorea hat bislang weder die Identität des Opfers noch die Ergebnisse der Autopsie oder die Polizeiermittlungen anerkannt. Die Beziehungen zwischen den beiden asiatischen Staaten verschlechterten sich seit dem Angriff rapide.

Kim Jong Nam lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäussert.

Südkoreanische und US-Regierungsvertreter gehen davon aus, dass der Mord von Nordkorea inszeniert wurde. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders.

(sda/gku)

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