Trotz aller Kritik aus Deutschland sagt Adrian Künzi, Chef der Notenstein Privatbank AG, im Interview mit «SonntagsBlick», es bestehe «die berechtigte Hoffnung», dass die Abkommen zur Einführung einer Abgeltungssteuer mit Deutschland, Österreich und Grossbritannien umgesetzt werden können».

«Betupft, ja fast beleidigt», fühlt er sich wegen der Vorwürfe von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, der Schweizer Banken als «kriminelle Organisationen» bezeichnet hat. Es sei nun aber «an uns, zu beweisen, dass diese Vorwürfe falsch sind», sagt er.

Auch er hält die Aussage von Ex-Nationalbankpräsident Philippe Hildebrand «für wahrscheinlich», dass in fünf bis zehn Jahren der automatische Informationsaustausch Standard sei: «Er stellt das Abgeltungssteuer-Abkommen nicht in Frage. Dieses hilft, die Altlasten zu bereinigen.»

Notenstein auf dem Servier-Tablett?

Zudem berichtet der «SonntagsBlick», dass Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz der Bank Vontobel das Angebot unterbreitet habe, die Notenstein Privatbank AG zu übernehmen. Seit Januar ist Notenstein (das nicht US-Geschäft der Bank Wegelin) Teil der Raiffeisen-Gruppe.

Vontobel-Sprecher Reto Giudicetti wollte gegenüber dem «SonntagsBlick» dieses Gerücht weder kommentieren, noch dementieren. Vincenz wird mit den Worten zitiert: «Es liegt kein Verkaufsangebot von unserer Seite vor, das steht.»

Raiffeisen will Notenstein als selbstständige Privatbank im Markt positionieren und unterhält mit Vontobel eine enge Kooperation.

(vst)

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