«Die Fahndung ist vorbei, der Terror zu Ende und die Gerechtigkeit hat gesiegt», teilte die Polizei am Freitagabend in einer Twitter-Botschaft mit. Der Festgenommene sei ernsthaft verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Den Behördenangaben zufolge handelt es sich um den 19-jährigen Dzhokhar Tsarnaev. Er soll zusammen mit seinem in der vorangegangenen Nacht bei einem Feuergefecht mit der Polizei getöteten Bruder für das Attentat verantwortlich sein. Dabei waren am Montag drei Menschen getötet und 176 verletzt worden.

Bostons Bürgermeister Tom Menino twitterte unmittelbar nach der Festnahme in dem Vorort Watertown : «Wir haben ihn». Sicherheitskräfte hatten zuvor ein dreistöckiges Haus umzingelt, in dessen Hinterhof ein Boot mit einer Plane abgestellt war. Im Heck dieses Bootes habe sich der Verdächtige versteckt, teilte die Polizei mit. Den entscheidenden Hinweis habe die Polizei durch einen Bewohner erhalten, der wegen Blutspuren neben dem Boot Verdacht geschöpft habe.

Helikopter und schwere Waffen

 

Bei der seit dem Vorabend andauernden Fahnungsaktion setzte die Polizei auch Hubschrauber ein. Schwer bewaffnete Polizei durchkämmte den ganzen Tag Watertown auf der Suche nach dem Flüchtigen. Für die Fahndung wurde das öffentliche Leben in der Stadt und den Vororten weitgehend lahmgelegt. Kurz vor dem Einsatz hatte die Polizei noch vor Journalisten erklärt, der Verdächtige befinde sich nach wie vor auf der Flucht. Gouverneur Deval Patrick beendete dennoch die Ausgangssperre für die Bürger. Auch der öffentliche Nahverkehr nahm am Nachmittag wieder den Betrieb auf.

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Nach bisherigen Erkenntnissen der US-Behörden verübten die beiden aus Tschetschenien stammenden Brüder das Attentat. In Sicherheitskreisen hiess es, der Anschlag könne einen islamistischen Hintergrund gehabt haben. Auch nach der Festnahme des zweiten mutmaßlichen Boston-Attentäters bleiben nach Ansicht von Präsident Barack Obama aber zahlreiche Fragen offen. So müsse geklärt werden, ob die beiden tatverdächtigen Brüder Hilfe erhalten hätten, sagte er am späten Freitagabend im Weissen Haus. Auch gebe es die Frage, warum in den USA aufgewachsene junge Männer zu solcher Gewalt griffen und wie sie ihre Tat geplant und ausgeführt hätten.

 

(se/reuters)