Die «Testamente», mit denen die US-Institute eine für die restliche Finanzwelt risikolose Abwicklung im Fall der eigenen Pleite sicherstellen sollen, seien mangelhaft, teilten die Regulierer mit.

Die Notenbank Fed und die Einlagensicherung FDIC forderten JP Morgan, Wells Fargo, Bank of America, State Street und Bank of New York Mellon auf, bis zum 1. Oktober nachzubessern. Die 2015 eingereichten Pläne seien nicht glaubwürdig oder würden keine geordnete Abwicklung im Krisenfall gewährleisten, kritisierten die Aufseher.

Nur Citigroup genügt völlig

Insgesamt wurden Abwicklungspläne von acht als systemrelevant eingestuften US-Grossbanken geprüft. Auch bei Goldman Sachs und Morgan Stanley gab es Bedenken. Hier sah aber nur die FDIC Probleme, während die Fed grünes Licht gab. Die in den Vorjahren häufig kritisierte Citigroup war die einzige Bank, bei der es keine Einwände gab.

Die US-Agenturen wollen nun ihre Beurteilungen der im Sommer 2015 eingereichten Pläne von vier ausländischen Banken fortsetzen, wie es weiter heisst. Es handle sich um die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS, um die britische Barclays sowie um die Deutsche Bank.

Reaktion auf Finanzkrise

Die «Testamente» sind eine Reaktion auf die jüngste Finanzkrise, als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft erschütterte. Erstmals hatten die Behörden 2012 detaillierte Pläne zur eigenen Abwicklung von den Geldinstituten eingefordert. Allerdings gibt es regelmässig Probleme - bereits in der Vergangenheit wurden Banken für unausgereifte Ideen gerügt.

(awp/chb/moh)