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Proteste
Nur Slowaken und Japaner streiken noch seltener

Streik in Berlin: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert mehr Lohn.Keystone

Streiks sind in der Schweiz höchst selten. Anders sieht es dagegen in unseren Nachbarländern aus. Eines davon bringt es in dieser Disziplin gar zum Weltmeistertitel.

Veröffentlicht am 28.09.2017

Die Schweiz gehört punkto Arbeitsfrieden weiterhin zu den Musterschülern. Im langjährigen Schnitt kommt pro Jahr nur ein arbeitskampfbedingter Ausfalltag auf 1000 Beschäftigte. Nur in zwei Ländern wird noch weniger gestreikt.

In der Slowakei und in Japan gab es im Zeitraum von 2007 bis 2016 fast gar keine Arbeitskämpfe, wie aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht. Unangefochtene Streikweltmeister bleiben die Franzosen mit 123 Ausfalltagen je 1000 Arbeitnehmer.

Viel Streiks, wenig Daten

Für Griechenland und Italien, zwei ebenfalls sehr streikfreudige Länder, liegen keine verlässlichen Daten vor. Auf den weiteren Plätzen der häufig von Arbeitskämpfen getroffenen Länder folgen Dänemark (118 Ausfalltage), Kanada (87) und Belgien (79).

In der Hälfte der untersuchten 22 OECD-Länder gingen weniger als zehn Arbeitstage durch Streiks verloren. Dazu gehören auch Deutschland (7), die USA (6) oder Schweden (5). Die Autoren weisen indes darauf hin, dass die Daten wegen unterschiedlicher Zählweisen mit Vorsicht zu interpretieren sind. In den USA etwa werden Streiks mit weniger als 1000 Teilnehmern gar nicht registriert.

2015 als Ausnahmejahr

Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) gab es letztes Jahr in der Schweiz total acht Fälle von Streiks und Aussperrungen mit knapp 2200 beteiligten Arbeitnehmenden. Dadurch fielen rund 1000 Arbeitsstunden aus. 2015 war diese Zahl wegen des Arbeitskampf im Baugewerbe vorübergehend auf über 13'000 hochgeschnellt.

(sda/jfr/mbü)

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