US-Präsident Barack Obama hat mit der Abschiebung Tausender lateinamerikanischer Migrantenkinder gedroht. Seine Regierung habe zwar Mitleid mit den Kindern, sagte Obama. Nur wenige von ihnen könnten jedoch damit rechnen, als Flüchtlinge anerkannt zu werden oder aus humanitären Gründen in den USA bleiben zu dürften. Obama äusserte sich nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Guatemala, Honduras und El Salvador.

Die Lage entlang der Grenze zwischen den USA und Mexiko hat sich in den vergangenen Monaten massiv zugespitzt, nachdem Zehntausende Kinder nach Texas gelangten, viele in der Hoffnung, Armut und Kriminalität in ihrer Heimat hinter sich zu lassen. Die Grenzbehörden sind überlastet.

Wahlversprechen bedroht

Obama hat 3,7 Milliarden Dollar zusätzlich zur Unterstützung in Aussicht gestellt, um die Krise bewältigen zu können. Doch ob der tief gespalteten Kongress die Gelder vor seiner in Kürze anstehenden Sommerpause freigibt, gilt als zunehmend unwahrscheinlich. Gleichzeitig kommt Obama mit seinem Wahlversprechen, die Einwanderungsgesetze zu reformieren, nicht voran. Das Thema droht somit zu einer Belastung für seine Demokratische Partei bei der Kongresswahl im November zu werden. 

(reuters/dbe)