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Politik

Obama geht zum Gegenangriff über

Barack Obama konnte im TV-Duell mit Mitt Romney nicht überzeugen. (Bild: Keystone)

«Ich traf diesen sehr schneidigen Typen, der behauptet Mitt Romney zu sein» - mit scharfer Zunge greift US-Präsident Barack Obama seinen Herausforderer an. Einen Tag zu spät, wie mancher Kommentator m

Veröffentlicht am 05.10.2012

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat mit dem TV-Duell gegen Amtsinhaber Barack Obama Boden gut machen können. Dies zeigte eine am Donnerstag veröffentlichte Reuters/Ipsos-Umfrage.

Romney wird demnach nun von 51 Prozent der Wähler positiv gesehen. Obamas günstigen Umfragewerten hat sein von vielen eher verhalten eingeschätzter Auftritt indes nicht geschadet: Er verteidigte seine Favoritenrolle und kam unverändert auf 56 Prozent.

Präsident Obama griff Romney einen Tag nach dem Rededuell Romney derweil voll an. Im Kern wirft er seinem Konkurrenten vor, die Wahrheit über seine Steuerpläne zu verheimlichen und die Wähler zu täuschen.

«Ich traf diesen Typen, der behauptet Romney zu sein»

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus rief Obama seinen Anhängern an einer Wahlveranstaltung am Donnerstag (Ortszeit) zu: «Ich traf diesen sehr schneidigen Typen, der behauptet Mitt Romney zu sein. Aber das konnte nicht Romney sein. Denn der echte Mitt Romney läuft seit einem Jahr im Land auf und ab und verspricht 5 Billionen Steuersenkungen, die die Reichen bevorzugen.»

Ätzend fuhr Obama fort: «Und der Typ, der gestern Abend auf der Bühne war, sagte, er wüsste davon nichts.» Kaum verhüllt bezichtigt Obama seinen Gegner damit der Lüge.

US-Kommentatoren fragen sich allerdings, warum Obama den Vorwurf nicht bereits während des Rededuells in Denver (Colorado) angebracht habe. «Einen Tag zu spät», meinte ein Kommentator im TV-Sender NBC.

Waffenlobby stellt sich hinter Romney 

Knallhart ist auch der Vorwurf in einem neuen TV-Spot gegen Romney. «Wenn wir ihm nicht einmal hier trauen können», heisst es darin mit einem Ausblick auf die Debatten-Bühne. «Wie können wir ihm jemals hier trauen?», fragt eine sonore Stimme aus dem Off - während das Oval Office im Weissen Haus zu sehen ist.

Romney hielt sich mit einer Reaktion auf die Anschuldigen Obamas zunächst zurück. Dafür meldete er gewichtige Unterstützung: Die mächtige Waffenlobby National Rifle Association (NRA) stellt sich hinter ihn. Das teilte der Republikaner auf seiner Webseite mit: «Ich bin stolz über ihre Unterstützung für meine Kandidatur.»

«Ich werde alles in meiner Kraft tun, das Recht aller gesetzestreuen Amerikaner, Waffen zu besitzen und zu tragen, zu verteidigen und zu schützen», erklärte er weiter.

TV-Duell mit mehr Zuschauern

Das erste TV-Duell zwischen den beiden Kontrahenten verfolgten als 67,2 Millionen Menschen in den USA auf elf verschiedenen Sendern. Das waren 28 Prozent mehr als vor vier Jahren mit 52,4 Millionen beim ersten Fernsehduell zwischen Obama und dem damaligen Kontrahenten John McCain, wie Nielsen aufgrund endgültiger Daten bekanntgab.

Das Interesse an der Begegnung hat es damit unter die Top Ten der letzten 30 Jahre geschafft. Bis zur Wahl am 6. November stehen noch zwei solcher TV-Duelle an. Romney hatte den Amtsinhaber bei dem moderierten Streitgespräch in die Defensive gezwungen und damit etwas an Boden gut gemacht nach zahlreichen Patzern im Wahlkampf.

Nielsen sammelt die Daten seit dem Jahr 1976. Spitzenreiter ist seither die Begegnung zwischen Ronald Reagan und Jimmy Carter von Oktober 1980. Damals schalteten 80,6 Millionen Fernsehzuschauer in den USA ein.

(tke/tno/sda)

Presseschau: Sieger Romney, Schlafmütze Obama

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