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Krisenland
Obama: Griechenland nicht immer weiter ausquetschen

Barack Obama: Der US-Präsident fordert eine Wachstumsstrategie. Keystone

Griechenland will weg vom Spardiktat - und der US-Präsident zeigt Verständnis dafür. Barack Obama fordert Kompromisse auf allen Seiten.

Veröffentlicht am 02.02.2015

US-Präsident Barack Obama hat Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung vom strengen Sparkurs gezeigt. «Sie können Länder, die sich inmitten einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen», sagte Obama im Interview mit dem Fernsehsender CNN.

Bei einer Wirtschaft, die sich «im freien Fall» befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so könne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.

Kredite in Höhe von 240 Milliarden

Obama räumte ein, dass Strukturreformen in Griechenland bitter nötig seien. Angesichts des rapide sinkenden Lebensstandards der Menschen seien diese aber schwer umzusetzen. Er hoffe, dass Griechenland in der Eurozone bleiben könne, sagte der US-Präsident. Dafür seien aber «Kompromisse auf allen Seiten» nötig.

Das überschuldete Griechenland erhält seit 2010 Kredite in Höhe von 240 Milliarden Euro, um es vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Im Gegenzug musste das Land sich zu Reformen bereit erklären, deren Fortschritte von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission überwacht werden.

Tsipras auf Werbetour

Die neu gewählte Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras will viele Sparmassnahmen aussetzen und hat die Zusammenarbeit mit der Troika aufgekündigt. Vor allem die deutsche Regierung lehnt einen von Athen geforderten Schuldenschnitt aber ab.

Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis werben derzeit in Europa für ihren Kurswechsel. Tsipras traf am Montag in Zypern ein, wo er Gespräche mit Präsident Nikos Anastasiades führte. Um 10.45 Uhr ist eine Pressekonferenz geplant. Varoufakis wird am Montag in London erwartet. Er will nach eigenen Worten auch bald nach Deutschland reisen, um die griechische Position zu erläutern.

Pläne bis Ende Februar

Der Finanzminister hatte am Sonntag in Paris angekündigt, dass Athen bis Ende Februar detaillierte Pläne auf den Tisch legen wird. Bis Ende Mai hofft er auf eine neue, international abgestimmte Lösung, was den Umgang mit der griechischen Schuldenkrise angeht.

(sda/tno/ama)

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