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Obama mit Optimismus

Barack Obama am Parteitag der US-Demokraten. (Bild: Keystone)

Barack Obama sprach am demokratischen Parteitag von einem langen Weg aus der Krise. Sein Motto bleibt «Hope and Change».

Veröffentlicht am 07.09.2012

Mit dem Versprechen eines Auswegs aus der Krise hat sich US-Präsident Barack Obama in seiner Parteitagsrede um eine zweite Amtszeit beworben. Die Probleme könnten gelöst werden, sagte Obama in der Nacht zum Freitag in Charlotte unter dem Jubel seiner Anhänger.

Er sei nicht gewählt worden, um das zu sagen, was die Menschen hören wollten, sagte der Präsident. «Sie haben mich gewählt, damit ich die Wahrheit sage. Und die Wahrheit ist, dass es mehr als nur ein paar Jahre dauern wird, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben.»

Aber der Wandel sei weiter möglich. Zwar böten seine Demokraten einen Weg, der schwer sei. «Aber er führt an einen besseren Ort. Und ich bitte Sie, diese Zukunft zu wählen.»

Obama kehrte zu seiner Botschaft «Hope and Change» zurück, die ihn 2008 als ersten Afroamerikaner ins Weisse Haus getragen hatte. Die Hoffnung sei in den vergangenen Jahren «geprüft» worden, räumte der Präsident ein. Doch die Bürger der USA gäben ihm Hoffnung. «Wenn Sie diese Hoffnung mit mir teilen, dann bitte ich Sie heute Abend um ihre Stimme.»

Grosse Ziele

Obama formulierte eine Reihe von Zielen, um das Land in eine bessere Zukunft zu führen. Dazu gehört die Schaffung von einer Million neuer Industriejobs bis Ende 2016 ebenso wie eine Verdopplung der Exporte bis 2014.

Im Energiebereich will der Präsident die Ölimporte bis 2020 halbieren, ausserdem versprach er den Kampf gegen den Klimawandel. Das Haushaltsdefizit soll im Umfang von vier Billionen Dollar reduziert werden.

Kritik an Romney

Obama erklärte die Wahl am 6. November zu einer Generationenentscheidung über zwei unterschiedliche Visionen für Amerika. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney wolle den Staatshaushalt mit «Billionen-Ausgaben für neue Steuergeschenke für die Reichen» sanieren.

In der Aussenpolitik brandmarkte der Präsident Romney als Neuling, der sich mit einer missglückten Auslandsreise im Juli auf dem internationalen Parkett bereits unmöglich gemacht habe. «In einer Welt neuer Bedrohungen und neuer Herausforderungen könnt Ihr die Führung wählen, die getestet wurde und sich bewährt hat», sagte Obama.

Prominente Unterstützung

Vor Obama ergriffen zahlreiche prominente Redner das Wort, darunter Vize-Präsident Joe Biden sowie die Schauspielerinnen Scarlett Johansson («The Avengers») und Eva Longoria («Desperate Housewives»).

Senator John Kerry antwortete auf den Wahlkampf-Slogan der Republikaner, ob es den Menschen besser gehe als vor Obamas Amtsantritt: «Fragen Sie Osama bin Laden, ob es ihm besser geht als vor vier Jahren.»

Tief bewegt zeigten sich die Teilnehmer vom Auftritt der ehemaligen Abgeordneten Gabrielle Giffords, die bei einem Attentat 2011 schwer am Kopf verletzt worden war. Sie sagte mit klarer Stimme, aber stockenden Worten zusammen mit der Menschenmenge den Fahneneid der USA auf.

Endspurt

Obama liefert sich ein enges Rennen mit Romney, in Umfragen hat der Präsident seit Monaten nur einen hauchdünnen Vorsprung. Die Wähler trauen dem Republikaner eher zu, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen.

Die Arbeitslosenquote in den USA stand im Juli bei 8,3 Prozent, am Freitag sollte das Arbeitsministerium in Washington neue Zahlen vorlegen. Das Wachstum lag im zweiten Quartal bei mageren 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Nach dem Parteitag der Demokraten sind die nächsten wichtigen Termine im Wahlkampf die drei TV-Debatten zwischen Obama und Romney im Oktober. Auch ihre Vizen treten gegeneinander an. Die Wahl findet am 6. November statt.

(jev/sda)

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