1. Home
  2. Politik
  3. Obama oder Romney: Kaum Folgen für Schweizer Wirtschaft

Obama oder Romney: Kaum Folgen für Schweizer Wirtschaft

Der US-Wahlkampf entscheidet sich im November. (Bild: Keystone)

Die intensivierten Wirtschaftschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA werden laut Experten auch bei einer Wahl des Republikaners Mitt Romney nicht leiden.

Veröffentlicht am 09.09.2012

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA haben sich zwar in der ersten Amtszeit von Barack Obama intensiviert. Experten glauben jedoch nicht, dass diese Entwicklung etwas mit der Parteizugehörigkeit des US-Präsidenten zu tun hatte.

Sogar der Druck der US-Amerikaner im Steuerstreit vermochte die positive Wirtschaftsbilanz nicht trüben. «Obwohl wir an einem Tiefpunkt anfangen mussten, hat sich das Handelsvolumen in den letzten vier Jahren leicht erhöht», sagt Pascal Gentinetta, Direktor von Economiesuisse gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Bessere Wirtschaftsposition

Philippe Nell, Chef der Abteilung Amerika im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), bestätigt, dass sich die Wirtschaftsposition verbessert habe. Und er erinnerte daran, dass die USA der zweitwichtigste Exportmarkt der Schweiz sind.

Martin Naville, der Direktor der Handelskammer Schweiz - USA, glaubt ausserdem nicht, dass der Republikaner Mitt Romney als Präsident in Sachen Steuern und gegenüber der Schweiz nachgiebiger wäre, obwohl man das von einem Republikaner erwarten könnte.

Der Grund dafür liege in den zahlreichen Vorwürfen wegen Steuerhinterziehung während des Wahlkampfes. «Und wenn Romney gewählt werden sollte, würden die Demokraten jede Gelegenheit ergreifen, um zu bestätigen, dass die Republikaner Kriminelle schützen.»

Weitere Unstimmigkeiten

Die Meinungsunterschiede zwischen der Schweiz und den USA beschränken sich jedoch nicht nur auf den Bankensektor. So hängt das - seit 2006 von der Schweiz gewünschte - Freihandelsabkommen weiter in der Schwebe.

Die Präsidentin des parlamentarischen Vereins Schweiz - USA, die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, skizziert jedoch einen möglichen Ausweg: «Sobald die EU ihr Freihandelsabkommen mit den USA abgeschlossen hat, findet die Schweiz vielleicht einen Weg, sich diesem anzuschliessen.»

Eric Hess vom Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) bedauert ausserdem, dass die USA das 2009 unterzeichnete Protokoll zur Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) auf dem Gebiet der Einkommenssteuern noch nicht ratifiziert haben. «Der US-Senat hat dafür noch nicht die nötige Zeit gefunden», sagt Hess.

Weiter möchte die Schweiz im Steuerstreit mit den USA so bald wie möglich eine Globallösung für alle 320 Schweizer Banken finden. Gemäss Markwalder, die sich vor kurzem in den USA aufhielt, teilt Washington diese Eile aber nicht. Die Wahlkampf-Phase sei wohl nicht die beste Zeit, um zu einer Lösung zu kommen, befürchtet sie.

Für alle von der sda befragten Wirtschaftsvertreter und Politiker ist dieses Abkommen grundlegend für die Beziehungen zwischen der Schweiz den USA. Bis das Abkommen im Trockenen ist wird sich an der Hass-Liebe zu den USA wohl nichts ändern.

(vst/sda)

Anzeige