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Politik

Obama punktet im zweiten TV-Duell

Romney und Obama beim TV-Duell: Das Rennen um die US-Präsidentschaft ist knapp. (Bild: Keystone)

US-Präsident Barack Obama hat sich in der zweiten TV-Debatte mit Herausforderer Mitt Romney deutlich angriffiger gezeigt als noch vor zwei Wochen. Eine erste Umfrage sieht den Amtsinhaber vorne.

Veröffentlicht am 17.10.2012

Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney haben sich bei der zweiten TV-Debatte einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Dabei zeigte sich der US-Präsident deutlich aggressiver als noch beim ersten Duell vor zwei Wochen.

Laut einer Schnellumfrage hat Obama das Duell für sich entschieden: In der nicht repräsentativen Umfrage von CNN/ORC sagten 46 Prozent der befragten Wähler, der Amtsinhaber habe die TV-Debatte gewonnen. Nur 39 Prozent sahen Romney vorn. Beim Auftakt vor zwei Wochen hatten noch 67 Prozent der befragten Wähler Romney vorn gesehen.

Obama warf Romney an der Hofstra Universität in Hempstead im Bundesstaat New York unter anderem vor, eine Politik für die Reichen zu betreiben. Romney verfolge das Ziel, «dass für die Leute an der Spitze andere Regeln gelten», sagte Obama

Der Republikaner attackierte den Präsidenten dagegen wegen der Staatsverschuldung. Mit Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone sagte er, Obama führe die USA «auf die Strasse nach Griechenland».

Romney machte Obama erneut auch für die schwache Wirtschaft verantwortlich. Die Mittelschicht habe unter der Politik des Präsidenten in den vergangenen vier Jahren gelitten, sagte er. Der frühere Geschäftsmann Romney erklärte, er wisse, wie man die Wirtschaft wieder in Gang bekommen könne.

Der Präsident erwiderte, dass sich das Land nach der schweren Rezession erhole. Unternehmen hätten in den vergangenen 30 Monaten 5 Millionen neue Jobs geschaffen. Romney habe die US-Autoindustrie in die Pleite schicken wollen. «Ich sage, wir setzen auf die amerikanischen Arbeiter», sagte Obama.

«Keine Steuergeschenke»

In der Steuerpolitik wehrte sich Romney gegen Vorwürfe, die Abgabenlast für die höchsten Einkommen auf Kosten der Mittelschicht zu senken. «Ich strebe keine Steuersenkungen für reiche Leute an», sagte er.

Obama bekräftigte, dass die Reichen «etwas mehr tun» müssten zur Sanierung des Staatshaushalts. Dagegen würden 97 Prozent der Haushalte und kleinen Unternehmen in den USA unter seiner Regierung nicht stärker belastet. Dem Republikaner warf er vor, die Wähler im Unklaren darüber zu lassen, welche Vergünstigungen er für die Finanzierung seiner Steuerpläne abschaffen wolle.

Zu gegenseitigen Anschuldigungen führte auch die tödliche Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi. Obamas Umgang mit dem Angriff stelle die gesamte Politik des Präsidenten gegenüber der arabischen Welt in Frage, sagte Romney. Obama zeige in der Region keine Führungsstärke und entschuldige sich für die USA.

Obama warf seinem Herausforderer vor, politisches Kapital aus dem Angriff schlagen zu wollen. «Während wir noch mit unseren bedrohten Diplomaten beschäftigt waren, hat Gouverneur Romney eine Presseerklärung herausgegeben», sagte er. Bei dem Angriff wurden der US-Botschafter und drei weitere Menschen getötet.

Welche Energiepolitik?

Die beiden Kandidaten stritten sich auch über die Energiepolitik. Romney kritisierte die sinkende Ölproduktion der USA und die deutlich gestiegenen Benzinpreise unter Obama. Ob eine Energiepolitik funktioniere oder nicht, zeige sich an den Preisen an der Zapfsäule, sagte er.

Der Präsident widersprach Romney: Die Ölproduktion sei auf dem höchsten Stand seit 16 Jahren. Ausserdem warf Obama seinem Herausforderer vor, sich seine Politik von der Ölindustrie diktieren zu lassen und Erneuerbare Energien zu vernachlässigen. Dabei müssten die USA wie China und Deutschland in diesem Bereich "in unsere wirtschaftliche Zukunft" investieren, sagte er.

Die zweite Debatte fand in Form eines sogenannten «Townhall-Meetings» statt, bei dem unentschlossene Wähler Fragen an den Präsidenten und seinen Herausforderer stellen. Das Meinungsforschunginstitut Gallup hatte die 80 Teilnehmer vor der Debatte ausgewählt.

(tke/tno/awp/sda)

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