Vor Hunderttausenden Schaulustigen hat US-Präsident Barack Obama bei einer feierlichen Zeremonie in Washington den Amtseid für seine zweite Legislaturperiode abgelegt. In seiner Antrittsrede betonte er die Bedeutung von Freiheit und Gleichheit.

Offiziell hatte Obamas zweite Amtszeit bereits am Sonntag begonnen, als der 51-Jährige im kleinen Kreis im Weissen Haus vereidigt worden war. In seiner Antrittsrede, die von Kommentatoren als überraschend detailreich beschrieben wurde, beschwor Obama den Zusammenhalt der USA, um die Herausforderungen zu meistern.

«Mehr denn je müssen wir diese Dinge gemeinsam tun, als eine Nation und ein Volk», sagte der Präsident. Das Land müsse in der Wirtschaftspolitik, bei der Reform des Einwanderungsrechts, der Verbesserung des Bildungssystems und im Kampf gegen den Klimawandel handeln. «Wir können uns keine Verzögerungen leisten», sagte er.

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Obama lobte die Vielfalt seines Landes und mahnte gleiche Chancen für alle Bürger an. Dazu zählte er eine gerechte Bezahlung von Frauen und Männern, gleiche Rechte für Schwule und Lesben und eine offene Immigrationspolitik. Ein «Jahrzehnt des Krieges» erklärte er für beendet, jetzt gehe es um die wirtschaftliche Erholung.

Beim Amtseid legte Obama die Hand auf zwei Bibeln. Eine stammt von seinem grossen Vorbild, US-Präsident Abraham Lincoln (1809-1865), der die Sklaverei abgeschafft hatte. Die andere Bibel gehörte dem 1968 ermordeten Bürgerrechtler Martin Luther King.

Zu der Veranstaltung waren allein in der Hauptstadt bis zu 900'000 Zuschauer erwartet worden, unter ihnen viele hochkarätige Gäste aus aller Welt. Auch Obamas Amtsvorgänger Jimmy Carter und Bill Clinton wohnten mit ihren Frauen der Zeremonie bei. Obama ist der 44. Präsident der USA. Auch Vizepräsident Joe Biden wurde vereidigt.

Abstimmung über Schuldengrenze

Das US-Repräsentantenhaus soll derweil schon am Mittwoch über eine Anhebung der Schuldenobergrenze abstimmen, um die Vereinigten Staaten vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Der Termin wurde am Montag aus Kreisen der Republikaner bekannt.

Die Partei streitet seit vielen Monaten mit den Demokraten darüber, ob das derzeitige Limit von 16,4 Billionen Dollar erhöht werden muss. Die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus warnte bislang strikt vor einer höheren Verschuldung.

Am Sonntag waren aber aus ihren Reihen versöhnliche Signale gesendet worden. Indem die Abstimmung zur Schuldenobergrenze von dem Streitpunkt Staatsausgaben formal entkoppelt wird, kommen die Republikaner Präsident Barack Obama entgegen.

(tno/sda)