Knapp eine Woche nach dem Prozess um den getöteten schwarzen Teenager Trayvon Martin hat sich US-Präsident Barack Obama überraschend zum Fall geäussert. Afroamerikaner erfülle der umstrittene Freispruch des Todesschützen George Zimmerman auch deshalb mit Schmerz, weil sie selbst eine «Reihe von Erfahrungen» gemacht hätten, sagte er.

Schwarze Männer in den USA seien es gewohnt, dass man sich vor ihnen fürchte, sagte Obama in Washington. Nur wenige Afroamerikaner hätten noch nicht selbst erlebt, dass Frauen nervös ihre Handtasche umklammerten und die Luft anhielten, wenn ein Schwarzer in der Nähe war. Vor seiner Wahl zum Senator vom US-Staat Illinois habe Obama selbst erlebt, wie Autofahrer in seiner Nähe ihre Türen verriegelten.

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Den Angehörigen Trayvon Martins, der im Februar 2012 in einer Auseinandersetzung erschossen wurde, drückte Obama sein Mitgefühl und das seiner Frau Michelle aus. «Das hätte ich vor 35 Jahren sein können», sagte er.

Der ranghöchste Afroamerikaner in der US-Regierung nach Obama, Justizminister Eric Holder, hatte gesagt, seit dem Tod Martins auch Angst um seinen eigenen Sohn zu haben.

(tno/sda)