Die US-Geheimdienste haben nach Ansicht von Präsident Barack Obama die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien unterschätzt. Zugleich hätten die USA die Schlagkraft der irakischen Armee im Kampf gegen die vorrückenden Dschihadisten überschätzt, räumte Obama in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview des Senders CBS ein. Die Extremisten hätten sich das Chaos im syrischen Bürgerkrieg stärker zu Nutzen gemacht als erwartet. Syrien sei zu einer Art «Ground Zero» für Dschihadisten aus der ganzen Welt geworden.

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Obama verwies dabei auch auf Äusserungen des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste, James Clapper. Dieser hatte bereits der «Washington Post» gesagt, die USA hätten nicht mit einem solchen Erfolg der IS-Milizen gerechnet. Zudem räumte Clapper ein, er hätte nie gedacht, dass sich die irakischen Sicherheitskräfte den vorrückenden Dschihadisten im Norden des Golfstaats so schnell geschlagen geben könnten und die Flucht ergreifen würden.

Lufteinsätze gegen Extremisten

Die USA fliegen seit August Luftangriffe auf Stellungen der Islamisten im Irak. Mitte September weiteten die USA ihre Bombardements auf IS-Stützpunkte in Syrien aus. An den Luftangriffen beteiligen sich mehrere arabische Staaten. Auch Frankreich und Grossbritannien unterstützen die internationale Allianz seit einigen Tagen mit Lufteinsätzen im Irak.

Die Extremistengruppe hat Tausende Menschen in Syrien und im Irak getötet. Zudem liess die IS-Führung zwei US-Journalisten und einen britischen Entwicklungshelfer vor laufender Kamera enthaupten. Als Rache für die Luftangriffe hat der IS weltweit zur Entführung und Ermordung von Staatsbürgern aus jenen Staaten aufgerufen, die sich an der Allianz beteiligen. Dazu zählt auch Deutschland, das die Kurden im Nordirak mit Waffen beliefert.

(reuters/dbe/chb)