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Occasions-Alternative zum Gripen in Sicht

Ein Eurofighter der Deutschen Luftwaffe beim Test in Emmen im Jahr 2008. (Bild: Keystone)

Neue Konkurrenz für den Gripen: Laut einem Zeitungsbericht könnte die Schweiz 33 Occasions-Eurofighter kaufen - für etwa den Preis, den 22 der schwedischen KampfjetS kosten. Wartezeit und finanzielles

Veröffentlicht am 26.08.2012

Mitten in die entscheidende Phase der Beschaffung eines Kampfjets kommt laut Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» ein neues Angebot aus Deutschland. Demnach hält der Hersteller EADS eine neue Offerte bereit: Die Schweiz soll 33 Occasions-Eurofighter kaufen können – für ungefähr jene 3,2 Milliarden Franken, welche die 22 Flieger des noch nicht gebauten Kampfjets Gripen E/F kosten.

Die Occasions-Jets kommen dem Bericht zufolge aus den Beständen der deutschen Luftwaffe und sind offenbar in hervorragendem Zustand. Es geht laut «Sonntag» um den Eurofighter der Tranche eins, der seit 2003 hergestellt wird und in fünf Ländern im Einsatz ist. Dies sei jener Eurofighter, der 2008 in Emmen LU die Testflüge von Armasuisse bestritten habe. Gemäss Bericht der Subkommission der Sicherheitspolitischen Kommission habe er die Truppentauglichkeit «vorbehaltlos» erreicht– im Gegensatz zum schwedischen Gripen E/F.

Die Offerte der EADS ist laut «Sonntag» flexibel gestaltet. Entsprechend ihren Bedürfnissen könnte die Schweiz in einer ersten Phase 33 oder 22 Occasions-Eurofighter kaufen. Bis zu 33 Stück kosten rund 3,2 Milliarden Franken. Für 22 Eurofighter wären es rechnerisch rund 2,2 Milliarden. 

Konfrontiert mit diesen Recherchen heisst es beim Konzern: «EADS ist jederzeit in der Lage, solche Angebote im Budgetrahmen der Schweiz zu machen.» Die Deutschen reagieren gemäss dem «Sonntag» mit ihrer Offerte auf den Bericht, wonach für das VBS die Kostenfrage entscheidend sei. Während der Evaluation hatten Occasionsflugzeuge keine Rolle gespielt. Ihr Angebot wolle EADS gemäss Insidern vorläufig nicht offiziell unterbreiten, da die Schweiz zurzeit mit Schweden verhandle. Die Politik müsse den Konzern dazu auffordern.

Längere Wartezeit und finanzielle Risiken

Die «NZZ am Sonntag» berichtet derweil, dass die Schweiz länger auf den fertigen Gripen E warten muss als geplant. Mehrere mit dem Dossier vertraute Quellen gehen laut der Zeitung davon aus, dass die Schweiz in einer Übergangsphase alte Gripen vom Typ C/D mieten muss. Ein entsprechendes Angebot hatte Schweden dem Bund im Juni unterbreitet. Bundesrat Maurer habe dies am Samstag weiterhin als «interessante Option» bezeichnet.

Nachdem die schwedische Regierung am Samstag bekannt geben hat, selbst 40 bis 60 Kampfjets des Typs Gripen beschaffen zu wollen, sind die finanziellen Risiken für die Schweiz laut «Sonntagsblick» weiter gestiegen. Erst sei in Schweden eine Bestellung von 80 bis 100 geplant gewesen, dann von 60 bis 80 und nun nochmals 20 weniger. Die Sicherheits-Subkommission habe in ihrem diese Woche vorgestellten Bericht bezweifelt, ob eine Gripen-Gesamtflotte von 80 bis 100 Jets genüge, um die Weiterentwicklung des Flugzeugs zu finanzieren. Nun schrumpfe die Gesamtflotte gar auf 60 bis 80.

«Je weniger Gripen Schweden kauft, desto grösser ist die Gefahr, dass die Jets technologisch nicht in der Form gebaut werden wie man uns verspricht», zitiert die Zeitung Thomas Hurter (SVP), Präsident der Subkommission. Der Hersteller Saab könne sich dies kaum leisten. Auch die schwedische Regierung werde nicht einspringen, so Hurter.

(tno)

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