Die Österreicher haben ihre riskanten Fremdwährungskredite deutlich zurückgefahren. Im zweiten Quartal sei das entsprechende Kreditvolumen im Jahresvergleich um gut 15 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro geschrumpft, teilte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) am Montag mit.

Damit wurde der tiefste Stand seit acht Jahren erreicht. Vor der Finanzkrise hatten viele Österreicher Fremdwährungskredite - meist in Schweizer Franken - aufgenommen, um etwa den Bau ihrer Häuser zu finanzieren. Seit 2008 hat der Franken aber im Vergleich zum Euro gut ein Drittel an Wert gewonnen. Viele Privatleute hatten in der Folge Probleme, ihre Kredite zurückzuzahlen.

Finanzaufseher eingeschritten

Die Finanzaufseher waren daraufhin eingeschritten und hatten die Neuvergabe von Fremdwährungskrediten verboten. Die österreichischen Banken erarbeiteten mit ihren Kunden zudem Lösungen für einen Umtausch der Darlehen. Um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern, führte die Schweizer Nationalbank eine Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken ein.

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Nicht in allen Ländern geht der Abbau der Franken-Kredite reibungslos vor sich: In Ungarn hat die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban die Geldhäuser dazu gezwungen, die Kredite in Forint-Darlehen umzutauschen - zu Wechselkursen deutlich unter dem Marktpreis. Bis Herbst will Orban ein weiteres Umtauschprogramm schnüren. Welche Kosten diesmal auf die Banken zukommen, ist offen.

(sda/rcv/aho)