Das Leid der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien konnte Alan Henning nicht einfach mit ansehen. Der Taxifahrer aus dem nordenglischen Salford bei Manchester liess sich beurlauben, liess seine Frau und die beiden Kinder im Teenager-Alter zurück und machte sich auf den Weg, um dringend benötigte Hilfsgüter in das Krisengebiet zu liefern.

Kurz bevor er im Dezember von Terroristen entführt wurde, erklärte Henning in einem Video, was ihn antrieb: Unser Opfer ist nichts im Vergleich zu dem, was sie Tag für Tag durchmachen. Zu sehen, dass das Benötigte auch wirklich ankomme, sei den ganzen Aufwand wert. Als friedlichen, selbstlosen Mann beschrieb seine Frau ihn später in einem ihrer verzweifelten Appelle an die Entführer.

Warnungen und Bitten in den Wind geschlagen

Warnungen und Bitten von Freunden, Kollegen und Ortskundigen, die Grenze nach Syrien nicht zu überqueren, hielten Henning nicht auf: Auch als wir alle gesagt haben, du wirst der einzige Weisse da draussen sein, es ist nicht sicher, hat er nicht zugehört. Er hat so viel Überzeugung, man konnte es ihm nicht ausreden, zitiert der britische Telegraph einen Kollegen.

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Andere Helfer, mit denen der 47-Jährige unterwegs war, gaben ihm den Spitznamen Gadget (technisches Spielzeug), weil er sich so gut mit Technik auskannte. Am Zweiten Weihnachtsfeiertag 2013 nahmen Terroristen Alan Henning gefangen, kurz nachdem er in einem Fahrzeugkonvoi die Grenze zu Syrien überquert hatte.

(sda/me)