Bei einer Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkow sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei bekannt gaben.

Der Sprengsatz sei aus einem fahrenden Auto in die Menschenmenge geworfen worden, teilte die Staatsanwaltschaft unter Berufung auf Augenzeugen mit. Die Polizei bezeichnete die Tat als Terroranschlag, ohne nähere Angaben zu machen.

Charkow liegt in dem Gebiet unter Kontrolle der ukrainischen Armee. Im Januar waren dort bei einer Granatexplosion inmitten einer Gruppe von Nationalisten mehrere Menschen verletzt worden. Behördenvertreter machten damals prorussische Separatisten dafür verantwortlich. Die Stadt ist vom Konfliktgebiet in der Ostukraine mehr als 200 Kilometer weit entfernt.

«Marsch der Würde» in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat derweil ein «Marsch der Würde» in Erinnerung an die Opfer der prowestlichen Massenproteste vor einem Jahr begonnen – ohne Attenat. Zu dem Gedenken hatte Präsident Petro Poroschenko mehrere Staatschefs anderer Länder eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung ging Poroschenko am Sonntag mit den Ehrengästen sowie Tausenden weiteren Teilnehmern an Gedenkstätten für die Opfer vorbei in Richtung Maidan (Unabhängigkeitsplatz). Viele Teilnehmer schwenkten die ukrainische Nationalflagge, einige trugen Plakate mit der Aufschrift «Wir sind Europa» oder «Ruhm den Helden». Im Zentrum der Millionenstadt waren bei den Protesten gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch mehr als 100 Menschen getötet worden.

(sda/ise)

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