In seiner Sonntag-Kolumne äussert sich Ex-UBS- und CS-Chef Oswald Grübel zum US-Deal. «Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie wir im Pokerspiel mit den USA auf jeden Bluff hereinfallen», schreibt er. «Es ist unvertretbar und ungeheuerlich, wie leichtfertig mit Bankangestellten-Daten umgegangen wird. Wofür wollen die USA deren persönliche Daten ausser um sie verklagen zu können? Wir sollten uns schon fragen, weshalb man zwei Jahre gebraucht hat,  um die totale Kapitulation auszuhandeln.»

Verrat

Grübels Fazit der Kolumne in der «Schweiz am Sonntag»: «Es wäre billiger für die Banken gewesen, hätte man ihnen vor zwei Jahren erlaubt, einfach alle Kundendaten zu liefern. Die jetzigen Forderungen zielen absichtlich auf die Bankangestellten, die auch Schweizer Staatsbürger sind, weil man weiss, dass durch deren Verrat die USA ein Druckmittel haben, um an weitere Kundendaten heranzukommen.»

Auf Kosten der Banker

Mit anderen Worten habe die Schweizer Verhandlungsdelegation über zwei Jahre zulasten der Bankmitarbeiter das Bankgeheimnis zu verteidigen versucht, «das ist verwerflich». «Was für ein Staat ist das, der seine eigenen Bürger nicht schützt?», fragt Grübel.

(tke)