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Spekulation
Panama: Birkenfeld sieht CIA am Werk

UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld wittert eine US-Verschwörung hinter den «Panama Papers»: Der Ex-Banker sieht im Datenleck die Handschrift des Geheimdiensts CIA. Und er begründet seinen Verdacht.

Von Marc Bürgi
am 13.04.2016

Bradley Birkenfeld kennt sich mit Datenlecks aus: 2007 lieferte der damalige UBS-Banker den US-Behörden vertrauliche Informationen über die illegalen Geschäftspraktiken der Grossbank in den USA. Mit seinem Geständnis brachte Birkenfeld den Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA ins Rollen.

Jetzt bewegt mit den «Panama Papers» ein neuer Steuerskandal die Weltöffentlichkeit: Journalisten haben dank eines Datenlecks aufgedeckt, wie in Panama in Briefkastenfirmen im grossen Stil Geld versteckt wird. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer die Dokumente der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca den Medien zugespielt hat.

Dunkle Machenschaften

Für Bradley Birkenfeld ist aber klar: Ein «Whistleblower», wie er es damals bei der UBS war, steckt nicht dahinter. Der US-Amerikaner vermutet vielmehr eine Verschwörung seiner eigenen Regierung. «Ich bin sicher, dass es die CIA war», sagte Birkenfeld dem US-Sender CNBC.

Er ist überzeugt: «Wenn die NSA und die CIA fremde Regierungen beschatten können, stellt eine Anwaltskanzlei für sie kein Hindernis dar». Misstrauisch sei er, weil der Datenskandal bislang vor allem in Ländern mit gespannten Beziehungen zu den USA für politischen Wirbel sorge: «Der Fakt, dass all diese Namen auftauchen, welche sogenannte Feinde der USA sind, Russland, China, Pakistan, Argentinien.... wie kommt es dazu?»

Kollateralschaden Cameron

«Mein Gefühl sagt mir, dass dies eine Operation der CIA ist», sagte Birkenfeld. Der Geheimdienst bringe selektiv Informationen ans Tageslicht, welche den USA in keiner Art und Weise schadeten. «Das ist nicht korrekt. Die Aktion ist wirklich verwerflich.»

Dass der Datenskandal in Grossbritannien mit dem peinlichen Geständnis von Premier David Cameron auch bei einem engen Verbündeten der USA für Aufruhr sorgt, ist für Birkenfeld kein Widerspruch. Cameron gab zu, Geld in der Briefkastenfirma seines Vaters investiert zu haben. In einer solchen grossangelegten Geheimdienstaktion sei Kollatoralschaden unvermeidlich, glaubt der Ex-Banker.

Kanzlei war keine grosse Nummer

Bradley Birkenfeld ist die Kanzlei Mossack Fonseca noch ein Begriff aus seiner Zeit als Schweizer Banker. «Wir kannten die Firma sehr gut in der Schweiz. Ich zumindest wusste von ihr.»  Mossack Fonseca war laut Birkenfeld aber nur ein unbedeutender Spieler im globalen Geschäft mit Steuerhinterziehung. Eine Reihe von panamaischen Firmen hätten solche Dienste angeboten. «Es war ein günstiger Standort. Deshalb nutzten Schweizer Banken und Fonds Panama für ihre Kunden rund um den Globus.»

(mbü)

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