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Panama will bald Musterknabe sein

Juan Carlos Varela: Der Präsident Panamas verspricht mehr Transparenz. Keystone

Seinen Ruf als Steuerparadies will Panama schnell loswerden: Spätestens in zwei Jahren will das mittelamerikanische Land Steuerdaten mit anderen Staaten austauschen.

Veröffentlicht am 19.04.2016

Panama will seinen Ruf als Steueroase abstreifen und sich spätestens ab 2018 am internationalen Austausch von Steuerdaten beteiligen. Das kündigte Präsident Juan Carlos Varela am Dienstag in Tokio an: «Um einen Missbrauch unseres Steuersystems zu verhindern, wollen wir mit anderen Staaten kooperieren und die Transparenz erhöhen.»

Zudem sagte Varela der japanischen Zeitung «Nikkei», Experten der Industrieländerorganisation OECD würden diese Woche nach Panama reisen, um technische Details zu klären. Der massgeblich von der Bundesregierung vorangetriebene Austausch von Steuerdaten soll im kommenden Jahr beginnen. Daran wollen sich nach bisherigem Stand knapp 100 Staaten beteiligen.

Panama setzt auf Experten von aussen

Die Veröffentlichung Hunderttausender Dokumente aus einer panamaischen Anwaltskanzlei durch ein internationalen Recherche-Netzwerk hat ein Schlaglicht auf Panamas Steuersystem geworfen. Weltweit hatten dort Politiker, Reiche und Prominente anonyme Briefkastenfirmen gegründet. Im Raum steht der Verdacht von Geldwäscherei und Steuerhinterziehung.

Varela sagte ausserdem verschiedenen japanischen Medien, seine Regierung werde binnen sechs Monaten einen Rat aus panamaischen und ausländischen Experten bilden, um das Finanzsystem transparenter zu machen.

(reuters/mbü/ama)

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