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Unmut
Paris: Proteste eskalieren – Geschäfte geplündert

Place de la République: Stammort der Protestbewegung «Nuit debout». Keystone

Paris bleibt im Ausnahmezustand. Zum wiederholten Mal kam es zu Ausschreitungen in Frankreichs Hauptstadt, die Polizei musste intervenieren. Es gab mehrere Verletzte und Festnahmen.

Veröffentlicht am 15.04.2016

Am Rande der Proteste der Bewegung «Nuit debout» in Paris ist es am Donnerstagabend erneut zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben ein und plünderten Geschäfte.

Dies berichtete die Pariser Polizei. Rund 20 Menschen seien festgenommen worden. Am Place de la République selbst, dem eigentlichen Ort der Proteste, schleuderten Aktivisten Wurfgeschosse auf Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut Polizeiangaben wurden vier Demonstranten verletzt.

«Nuit debout»

Bereits seit zwei Wochen treffen sich jeden Abend unter dem Motto «Nuit debout» («Nacht im Stehen» oder «Die Nacht über wach») hunderte Demonstranten auf dem Place de la République, um gegen eine geplante Reform des Arbeitsrechts und für mehr soziale Gerechtigkeit zu protestieren.

Die Protestbewegung bringt den Staatschef unter Druck. Drei Viertel der Franzosen wollen aktuellen Umfragen zufolge, dass François Hollande auf eine Kandidatur im Frühjahr 2017 verzichtet.

Hollande zögert

Hollande selbst hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob er sich zur Wiederwahl stellt. Er wolle am Jahresende beschliessen, ob er im nächsten Jahr ein neues Mandat anstreben werde, sagte er dem TV-Sender France 2 am Donnerstag.

«Meine Politik bringt Ergebnisse hervor und wird noch mehr hervorbringen», fügte er hinzu. Der Sozialist hatte zuletzt verkündet, er wolle 2017 nicht mehr bei den Präsidentschaftswahlen antreten, falls Erfolge im Kampf gegen die hohe Erwerbslosigkeit ausblieben.

(sda/ise/mbü)

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