1. Home
  2. Politik
  3. Pariser Attentäter hinterlässt Bekennervideo

Terror
Pariser Attentäter hinterlässt Bekennervideo

Terror-Akt in Supermarkt: Amedy Coulibaly nahm Geiseln in Paris.   Keystone

Ein Bekennervideo von einem der drei Pariser Attentäter ist aufgetaucht. Darin erklärt Amedy Coulibaly, der Anschlag auf «Charlie Hebdo» und die Geiselnahmen seien koordiniert gewesen.

Veröffentlicht am 11.01.2015

Die islamistischen Anschläge in Paris sind nach den Worten eines der drei Attentäter koordiniert geplant worden. In einem am Sonntag verbreiteten Video erklärt der am Freitag von der Polizei getötete Amedy Coulibaly, die Anschläge auf den jüdischen Supermarkt und die Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo« seien wegen der französischen Militärinterventionen im Ausland gerechtfertigt.

Bei dem Angriff Coulibalys auf den Supermarkt waren am Freitag vier Geiseln getötet worden. In dem Video erklärte er, er arbeite mit den «Brüdern Said und Cherif Kouachi zusammen, die beim Überfall auf die «Charlie«-Redaktion zwölf Menschen erschossen. «Wir haben einige Dinge zusammen gemacht, einige unabhängig voneinander, um mehr Wirkung« zu erzielen«, sagt Coulibaly. In Kreisen der französischen Anti-Terrorpolizei hiess es, es gebe keine Zweifel an der Echtheit des Videos.

Zugehörigkeit zum islamischen Staat erklärt

In dem Video ruft Coulibaly, der auch für die Ermordung einer Polizistin verantwortlich gemacht wird, alle Muslime in Frankreich auf, seinem Beispiel zu folgen. Zugleich bekannte er sich zur IS-Miliz. «Ich schwörte dem Kalifen Treue, sobald das Kalifat ausgerufen wurde«, sagt Coulibaly mit Blick auf IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi. Dessen Miliz kontrolliert grosse Gebiete im Irak und Syrien.

Coulibaly trägt in dem Video verschiedene weissen Gewänder sowie Kampfmontur. Kurz vor seinem Tod hatte er in einem Interview des französischen Sender BFM-TV seine Zugehörigkeit zum IS erklärt. Er habe gezielt Juden als Ziel ausgewählt und wolle die Palästinenser verteidigen.

Reise zu Al-Kaida im Jemen

Die Koachi-Brüder hatten sich zu der mit dem IS konkurrierenden Al-Kaida im Jemen (Akap) bekannt. In dortigen Regierungskreisen wurde am Sonntag erstmals bestätigt, dass die beiden 2001 für zwei Wochen in das arabische Land reisten. Dort hätten sie den Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki getroffen und seien an Waffen ausgebildet worden. Anschliessend seien sie nach Frankreich zurückgekehrt.

(reuters/me)

 

Anzeige