Die im Pariser Club zusammengeschlossene internationale Gläubigergruppe hat Burma die Hälfte der Schulden erlassen. Die getroffene Einigung reduziere die Auslandsschulden des Landes um rund sechs Milliarden Dollar.

Japan allein habe drei Milliarden und Norwegen 534 Millionen Dollar Schulden gestrichen, berichtete die Regierungszeitung «New Light of Myanmar» unter Berufung auf eine offizielle Erklärung.

Dem Bericht zufolge sollen im kommenden halben Jahr weitere Staaten folgen. Finanzminister Win Shein begrüsste die Einigung als Beginn einer neuen Ära, «in der Burma vollständig mit allen Mitgliedern des Pariser Clubs kooperiert».

Der Pariser Club ist eine informelle Gruppe von Industriestaaten, der unter anderem die USA, Japan und mehrere europäische Länder angehören. Der Schuldenerlass ist Ausdruck des Vertrauens in die Fortsetzung des vor knapp zwei Jahren eingeleiteten Reformkurses von Präsident Thein Sein.

Der frühere General hatte im Mai 2011 vom Militärregime die Macht übernommen. Zur allgemeinen Überraschungen leitete er in dem jahrezehntelang autoritär regierten und international isolierten Land eine Reihe ehrgeiziger politischer und wirtschaftlicher Reformen ein.

So liess er politische Gefangene frei, nahm Gespräche mit Rebellen auf, lockerte die Zensur der Presse und erlaubte der Nationalen Liga für Demokratie der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Rückkehr in die Politik.

(chb/jev/sda)