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Angriff
Pariser Polizei erschiesst Bewaffneten

Paris: Polizisten stehen in der Nähe des Angriffs Wache. Keystone

Ein Jahr nach dem islamistischen Angriff auf «Charlie Hebdo» wollte sich ein mutmasslicher Terrorist mit einem Beil eine Polizeiwache vornehmen. Der Polizeibekannte wurde erschossen.

Veröffentlicht am 07.01.2016

Genau ein Jahr nach dem tödlichen Anschlag auf die Pariser Satirezeitung «Charlie Hebdo» ist in der Millionenmetropole ein möglicherweise islamistisch motivierter Anschlag vereitelt worden. Die Polizei erschoss einen Mann, der mit einem Schlachterbeil bewaffnet in eine Polizeiwache eindringen wollte. Nach Angaben der Ermittler rief er «Allahu akbar» («Gott ist gross») und trug ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben mit der Flagge der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bei sich.

Der genaue Hintergrund des Vorfalls blieb allerdings zunächst unklar. Nach Angaben aus Justizkreisen handelte es sich bei dem Angreifer um einen etwa 20 Jahre alten gebürtigen Marokkaner, der obdachlos gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft leitete zwar zunächst Ermittlungen wegen Terrorverdachts ein.

Wohl psychisch gestört

Justizministerin Christiane Taubira erklärte jedoch später im französischen Fernsehen, Verbindungen zu Islamistengruppen seien nicht bekannt. Sie deutete an, der Mann haben möglicherweise an einer psychischen Störung gelitten.

Die französischen Behörden sind seit dem Angriff auf «Charlie Hebdo» und einen jüdischen Supermarkt mit 17 Toten im Januar 2015 in hoher Alarmbereitschaft. Trotzdem konnten sie im November die Anschlagsserie in Paris nicht verhindern, bei der 130 Menschen getötet wurden. Zu der Tat bekannte sich der IS.

Der tödliche Zwischenfall ereignete sich im 18. Bezirk im Norden von Paris. Nach Angaben der Polizei schoss ein Beamter, weil der Täter «Allahu akbar» gerufen habe und Drähte unter seiner Kleidung hervorragten. Dem Innenministerium zufolge trug der Täter eine Sprengstoffgürtel-Attrappe.

Eine Journalistin berichtete zudem unter Berufung auf ihre Schwester, die den Zwischenfall beobachtete, dass die Polizisten den Angreifer zunächst angeschrien hätten. Sie hätten das Feuer eröffnet, als er auf sie zugerannt sei.

Holland verspricht bessere Ausrüstung

Kurz vor der Tat hatte Präsident Francois Hollande bei einer Zeremonie am Sitz der Pariser Polizei den Opfern der Anschläge vor einem Jahr gedacht. Dabei versprach er eine bessere Ausrüstung für die Polizei, um Anschläge zu verhindern. Ausserdem verteidigte er die Einschränkungen der Bürgerrechte, die nach den Anschlägen im November beschlossen wurden. Der Terrorismus sei noch immer eine Bedrohung, sagte er.

Seit November hat Frankreich die Luftangriffe auf mutmassliche IS-Stellungen in Syrien und im Irak verstärkt. In dem Land selbst herrscht für drei Monate der Ausnahmezustand. Die Polizei startete Razzien in Hunderten Wohnungen, Moscheen, Restaurants und Hotels. Ausserdem wurden wieder Grenzkontrollen eingeführt. Etlichen Verdächtigen wurde untersagt, Frankreich zu verlassen, weil sie sich in Syrien oder im Irak dem IS anschliessen könnten. In Frankreich und anderen Ländern wird zudem befürchtet, dass heimkehrende IS-Kämpfer Anschläge in Europa begehen könnten.

(reuters/chb)

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