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Flugreisen
Passagiere: Weniger Anspruch auf Schadenersatz

Check-In am Flughafen Zürich: Passagiere warten vor der Gepäckabgabe. (Bild: Keystone)

Der Beginn der Sommerferien in mehreren Kantonen hat am Flughafen Zürich für Grossandrang gesorgt. Bei Flugausfällen und Verspätungen wird der Anspruch der Reisenden auf Entschädigung eingeschränkt.

Veröffentlicht am 15.07.2013

Passagiere von verspäteten Flügen europäischer Airlines haben Anspruch auf 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz. Jetzt soll die entsprechende EU-Richtlinie geändert werden, berichtet die «NZZ am Sonntag».

Von den rund 750 Millionen Passagieren, die sämtliche Fluggesellschaften in Europa letztes Jahr transportierten, dürften geschätzte 8,8 Millionen Anspruch auf Schadensersatz haben – weil ihre Flüge über mehr als drei Stunden verspätet waren, kurzfristig storniert wurden oder sie wegen Überbuchung nicht mitfliegen konnten.

Die auf die Durchsetzung von Passagierrechten spezialisierte Anwaltskanzlei flightright.de hat dabei hochgerechnet, dass den Passagieren bei einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von 400 Euro insgesamt 3,5 Milliarden Euro zustünden.

Durchsetzung von Ansprüchen langwierig

Die Ansprüche der Passagiere basieren auf einer EU-Richtlinie von 2004, die aufgrund des Luftverkehrsvertrags auch in der Schweiz gilt. Die Durchsetzung der Ansprüche ist meist langwierig. Die chronisch defizitären Fluggesellschaften wimmeln die Ansprüche so gut es geht ab.

In der Schweiz ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt für die Überprüfung von Ansprüchen zuständig. Die Zahl von 2260 Beschwerden im letzten Jahr ist dabei noch moderat. In Deutschland nimmt die Zahl der Gerichtsfälle stark zu und lag 2012 bei geschätzten 40 000. Die EU-Richtlinie soll auch deshalb überarbeitet werden.

Die Fluggesellschaften haben im ersten Entwurf des zuständigen Ausschusses erreicht, dass die Passagiere frühestens nach fünf Stunden Anrecht auf Schadenersatz haben.

(aho)

 

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