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Risikokapital
Pensionskassen knausern mit Geldern für Startups

Bundesräte Berset und Schneider-Ammann: Viel Effort im Kampf gegen die Investitionsmalaise.

Künftig sollen mehr Vorsorgegelder in Schweizer Startups fliessen. So will es Bundesbern. Doch die Pensionskassen tun sich schwer mit diesen Plänen.

Von David Vonplon
am 19.10.2016

Pensionskassen zeigen wenig Interesse, ihre Gelder in Zukunftsfonds zu investieren, mit denen innovative Schweizer Startups gefördert werden sollen. Bei der Publica, der grössten Pensionskasse des Landes, verzichtet man ganz darauf, Gelder in sogenanntes Wagniskapital zu investieren. Als Hauptursache nennt Anlagechef Stefan Beiner auf Anfrage der «Handelszeitung» das «historisch wenig attraktive Risiko-Rendite-Verhältnis von Risikokapitalfonds gegenüber Aktien». Er warnt vor einer zu starken Förderung des Risikokapitalmarkts: «Wir befürchten, dass sonst plötzlich Projekte mit geringen Erfolgsaussichten finanziert werden.»

Hintergrund ist, dass vergangene Woche an einem Spitzentreffen der Bundesräte Schneider-Ammann und Berset mehrere Zukunftsfondsprojekte für Pensionskassen präsentiert wurden, mit denen  Innovationen in der Schweiz gefördert werden sollen. Ziel ist, dass Pensionskassen vermehrt in Wagniskapital investieren. Doch die Geldsuche dürfte schwierig werden. «In den vergangen Jahren erlebten wir häufig, dass als Risikokapital zugesagte Gelder von den Firmen gar nicht beansprucht werden», moniert Kassenchef Christoph Ryter. Das Vorsorgewerk des Grossverteilers hat heute nur einen minimen Teil in Wagniskapital reserviert. Die Basler Versicherung, die auch Gelder aus der beruflichen Vorsorge verwaltet, kritisiert, das Verhältnis von Risiko und Ertrag sei für Vollversicherungsgelder «nicht sehr vorteilhaft.»

 

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