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Peru hält einen Bürgerkrieg in Venezuela für möglich

Peru hält einen Bürgerkrieg in Venezuela für möglich
Regierungsgegner: Immer wieder kommt es in dem Land zu gewalttätigen Protesten. Keystone

Der Konflikt in Venezuela bereitet den Nachbarländern grosse Sorgen. Perus Regierung befürchtet, dass dort jetzt ein Bürgerkrieg beginnt. Sie macht sogar einen Vergleich mit der Situation in Syrien.

Angesichts der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolas Maduro und der Opposition fürchtet Peru in Venezuela den Ausbruch eines Bürgerkriegs. «Unsere Befürchtung ist, dass es einen Bürgerkrieg mit geringer Intensität gibt, der eine humanitäre Krise grossen Ausmasses hervorrufen würde», sagte der peruanische Aussenminister Ricardo Luna der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch (Ortszeit).

Das müsse nicht unbedingt passieren, und es sei nicht leicht, die Lage mit jener in Syrien zu vergleichen. «Aber es ist ein grosses Land. Es ist eine komplexe Situation, die sich mit der Zeit aufbaut.» Luna nannte das System in Venezuela eine Autokratie, die nicht genug Rückhalt in der Bevölkerung zu haben scheine, um sich wie etwa die Führung in Kuba über Jahrzehnte an der Macht zu halten. In nicht mehr als einem halben Jahr dürfte zudem die Wirtschaft des ölreichen Landes endgültig kollabieren.

Kritik an Venezuela

Peru hat sich zu einem der schärfsten Kritiker der sozialistischen Regierung in Venezuela entwickelt, nachdem in Lima der konservative Präsident Pedro Pablo Kuczynski vor einem Jahr ins Amt gekommen ist und die ehemals enge Bande seines Landes mit Venezuelas langjährigem Staatschef Hugo Chavez gelöst hat. Vorwürfe Maduros, dass sich Kuczynski mit US-Präsident Donald Trump gegen Venezuela verschworen habe, nannte Luna absurd.

Peru ist kein direkter Nachbar Venezuelas. Aber durch die Unruhen in Venezuela sind nach Angaben Lunas in den vergangenen sechs Monaten allein nach Peru 40’000 Menschen geflüchtet. Bei den Protesten in Caracas und anderen Städten Venezuelas sind seit April mehr als 125 Menschen getötet worden.

(reuters/mbü)

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